Venezuela: Gold heim ins Körbchen der USA

Goldbarren Gold Barren

Im Jahr 2011 hatte der zwischenzeitlich verstorbene, ehemalige Staatspräsident Hugo Chávez die Goldindustrie in Venezuela verstaatlicht und insgesamt 211 Tonnen im Ausland gelagertes Gold wieder ins Heimatland zurückgeholt. Mit etwa 367 Tonnen ist das Land an 14. Stelle der Goldbesitzer. Bereits Ende 2013 war Venezuela im Zuge eines Swapgeschäftes gezwungen 45 Tonnen in die USA zu verkaufen, diese gingen an Goldman Sachs. Zwar sicherte man sich ein 7 jähriges „Rückkaufrecht“, ob das Land unter den aktuellen Voraussetzungen in der Lage sein wird es zurück zu kaufen, ist doch eher fraglich. Nun sollen weitere 43 Tonnen – vermutlich – in die USA verkauft werden. Ob man da nicht bessere Geschäftspartner finden könnte?


Der Ölpreis liegt am Boden, für Venezuela ein herber Schlag. Das Erdöl ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes und die Finanzierungslücke im Augenblick entsprechend groß. „Erdöl sichert vier Fünftel der Exporterlöse, die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent des Sozialproduktes.“ Noch werden weltweit die meisten Handelsgeschäfte in US-Dollar abgerechnet, was die Problematik noch erheblich erschwert. Wäre Russland im Augenblick nicht derart schwer gebeutelt, hätte man sicher gerne die 43 Tonnen Gold gegen einige Kilowattstunden Dollar getauscht.

Bei Reuters heißt es nun:

Insider – Venezuela spricht mit Wall-Street-Banken über Gold-Deal
Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro wolle rund 1,5 Milliarden Dollar einnehmen über den Verkauf von Goldreserven, verlautete aus regierungsnahen Kreisen. Das Geschäft solle bis Ende April über die Bühne gehen. Das Land solle ein Vorkaufsrecht erhalten, das ihm nach vier Jahren einen Rückerwerb des Goldes einräume.[1]

Anfang dieser Woche hatte Obama Venezuela zu einer Bedrohung für die nationale Sicherheit erklären lassen und Sanktionen gegen einige der führenden Regierungsmitglieder verhängen lassen, Grund genug für einen genaueren Blick.
Warum wird dann eigentlich noch Öl aus Venezuela importiert und ein solches Goldgeschäft nicht verboten? Nun das sei Ihrer Phantasie überlassen.

Gehen wir noch einige Tage weiter zurück auf der Zeitachse und schauen mal womit Venezuela wohlmöglich den Zorn der USA auf sich gezogen hat. Dazu heißt es bei Sputnik:

Venezuela: Maduro verhängt Einreiseverbot gegen „Terrorist“ George Bush
Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat mehrere US-Politiker, darunter auch Ex-Präsident George W. Bush, dessen damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney und Ex-CIA-Chef George Tenet als „Terroristen“ beschimpft und ihnen die Einreise in sein Land verboten. Zudem kündigte Maduro die Einführung einer Visapflicht für alle US-Bürger an.
Bei Bush, Cheney und anderen politischen Führungspersonen aus den USA handele es sich um „Terroristen, die mit den Bombenangriffen auf Länder wie Syrien, Irak und Afghanistan die Menschenrechte verletzt haben“, erklärte Maduro nach Angaben der Agentur AFP.[2]

Maduro wirft den USA weiterhin vor, permanent an seinem Sturz zu arbeiten. Ein weiterer Punkt war die Reduktion der Botschaftsmitarbeiter von 100 auf 17, genau wie die Botschaft Venezuelas in den USA. Damit können natürlich erheblich weniger Leute im Hintergrund an möglichen Komplotten schrauben, besonders wenn jeder US-Bürger dann ein Visum braucht. Ob das nun zur aktuellen Reaktion aus dem Weißen Haus geführt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Eins jedoch scheint sicher, das Gold aus Venezuela lässt man gerne „Heim ins Körbchen“ auch wenn die Nation selber eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellt.

Carpe diem

[1] http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEKBN0M70ET20150311
[2] http://de.sputniknews.com/politik/20150301/301313952.html


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