EZB: Leitzinssenkung voraus?

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Es mehren sich die Anzeichen, dass kommende Woche bei der EZB-Sitzung die Leitzinsen gesenkt werden. Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, könnte es einen Schritt um 50 Basispunkte geben, womit man dann bei 0,5 % liegen würde. Zumindest eine Ankündigung dieses Schrittes dürfte am 9. Februar als sicher gelten. Bereits am 08. Dezember wurde der Zins um 25 Basispunkte auf 1% gesenkt und ein weiterer Schritt dieser Höhe wäre schon eine Sensation.


Zu Beginn der Finanzkrise lag der Zins der EZB noch bei einem Niveau von 4 %. Inkludiert man nun die Inflationsrate, ist es nun bereits geschenktes Geld. Notwendig macht diesen Schritt der erhebliche Geldbedarf der Banken und Nationen in Europa.

Mit der Ausgabe von Geld nahe dem „Nulltarif“, kann die Zinsdynamik etwas gebremst werden um den unausweichlichen Crash noch ein wenig zu verzögern.

Sieht man sich im Vergleich die Zinsentwicklung der BoE an, welche seit 2007 nur einen Weg kennt, wird schnell deutlich wohin die Reise geht. Bereits seit 2009 verharrt dieser bei 0,5 % und trotzallem steckt England in schweren wirtschaftlichen Turbulenzen. Der einzige unterschied ist, das Leiden wird verlängert.

Es ist sehr wichtig, einige Punkte zu beachten. Gerne wird hier von Inflation gesprochen, aufgrund der hohen Geldmengen über welche immer gesprochen wird. In vielen Fällen jedoch, ist es linke Tasche-rechte Tasche. Wenn ein Kredit geschöpft wird, um einen anderen abzulösen, ist das zunächst Bilanzneutral. Die niedrigeren Zinsen entlasten etwas den Kreditnehmer und schaffen etwas mehr Zeit, bis das unausweichliche kommt.
Für tatsächliche Inflation müsste das Geld in die Wirtschaftskreisläufe fließen, was im Augenblick besonders durch die restriktive Kreditvergabe der Banken und der Vorsicht der Unternehmer eher nicht der Fall ist.

Eine Senkung auf 0,5 % wäre ein weiterer Versuch, dass Karussell noch einige Runden drehen zu lassen.

Carpe diem


3 Responses to EZB: Leitzinssenkung voraus?

  1. ontherock sagt:

    Das gängige Maß der Infaltion vereinigt solche Waren, die tatsächlich teurer werden, aber auch solche, die billiger werden. Mit ein paar simplen Tricks zimmert man den passenden Warenkorb, dessen Inhalt sich damit je nach Wunsch, ergo staatlich statistisch gewünschter Inflationsrate, ändert.

    Die sogenannten Inflationsängste, die auch gerne mal geschürt werden, überdecken nur die Tatsache, dass wir uns schon lange in der Deflationsspirale befinden, von Arbeit über Währungen und Zins befinden sich alles auf Kurs Wertverlust; die Gesellschaft per se übrigens auch; alte Werte sind schon lange wegflationiert. Und wo Preise bzw. Kosten steigen ist das bis auf ganz wenige Aussnahmen auf Spekulation und/oder oligopole Machtspielchen zurückzuführen.

    caw

  2. Tranfunzel sagt:

    auch dieser gute Bericht zeigt was abläuft. Die Systemkrise wird verlängert. Die Geldmenge kann vergrößert werden, was aber eine reale Inflation deswegen nicht auslöst, weil das „Geld“ nicht im realen Kreislauf der Menschen landet, sondern damit nur das „linke Tasche – rechte Tasche“ Spiel der Banken und Staaten läuft. Es gibt einfach „zu viel“ Geld auf das Zinsen bezahlt werden müssen. Es müßte eigentlich jede Menge „Geld“ regelrecht vernichtet, aus dem Kreislauf gezogen werden, auf das dann logischerweise auch keine Zinsen bezahlt werden müssen. Das „Ende“ wird für vermögende Menschen einfach heftig werden. „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das sich ein Reicher von seinem „Geld“ trennt“. Es erfrieren gerade Menschen wegen dieser Kälte und andere frieren, weil sie sich das Heizen nicht mehr „leisten“ können. Geld zu besitzen kann einfach nicht der Sinn dieses Lebens sein. Wieso bestimmen eigentlich Menschen ß mit Geld über andere Menschen. Das ist wie „ßber“ und „unter“ Menschen. Was für eine kranke „Geld“ Ideologie.

  3. Frank H. sagt:

    Marktkommentar: Von Draghis Monsterdruck zum Gigadruck
    Das letzte Jahr von Dollar, Euro & Co.

    Für den Moment scheint der Euro wieder einmal gerettet zu sein ß? nachdem er Mitte Dezember 2011 zusammen mit den Banken wieder einmal fast untergegangen wäre. Vorübergehend natürlich, denn die Probleme wie die ßberschuldung sind natürlich ungelöst. Man hat es mit neu gedrucktem Geld übertüncht.

    Der Draghi-Monsterdruck

    Wir erinnern uns: am 21. Dezember schüttete die EZB das grosse Füllhorn über die Banken der Eurozone aus. In einem ß?LTROß? genannten Dreijahrestender wurden 489 Milliarden Euro ausgeteilt. Dies mit dem impliziten Auftrag an die Banken, Staatsanleihen der maroden PIGS-Staaten zu kaufen. Dieses Geld wird real verschenkt, denn die Banken haben keine realen Sicherheiten mehr, um sie bei der EZB als Pfand zu hinterlegen. Also werden ß?Sicherheitenß? mit Staatshilfe konstruiert, so etwa in Italien.

    Es hat einige Wochen gedauert, bis Mitte Januar 2012 eine leichte Entspannung bei den Banken und PIGS-Staaten eintrat. Die Einlagen der Banken bei der EZB sind immer noch übermässig hoch ß? ein Zeichen, dass der Interbankenmarkt immer noch nicht richtig funktioniert. Aber sie erreichen nicht mehr über 500 Milliarden Euro wie zu Spitzenzeiten. Dafür explodieren die Target2-Salden der Euro-Zentralbanken: bei Deutschland und den Niederlanden um viele 100 Milliarden ins Positive, bei Italien & Co. ins Negative ß? als Merkmal für die massive Kapitalflucht aus den Südstaaten.

    Vom Monsterdruck zum Gigadruck

    Inzwischen will die EZB diese Operation Ende Februar wiederholen, aber mit viel grösseren Summen: bis zu 1,5 Billionen Euro sind im Gespräch, wieder für drei Jahre und zusätzlich zu LTRO und anderen kurzfristigen Tendern. Zusätzlich dürfte die Fed der EZB eine Billion Dollar zur Verfügung gestellt haben, um die Kapitalflucht aus dem Euro aufzufangen.

    Ohne diese Stützungen durch die Zentralbanken wäre der Euro ganz sicher schon zwischen August und Dezember 2011 verstorben. Gelddrucken ist das einzige Mittel, das momentan noch hilft. In der Zwischenzeit basteln diese idiotischen Euro-Rettungspolitker immer noch an ihren Fiskalunionen und Rettungsschirmen herum, an die ohnehin niemand mehr glaubt.

    Gold und Silber

    Der wahre Feind der Euroretter sind nicht Dollar oder Schweizer Franken, denn diese retten mit. Es ist primär der Goldpreis und sekundär der Silberpreis. Daher hat man diese 2011 auch mit allen Mitteln so extrem gedrückt. Dies trotz enormer Nachfrage nach physischem Gold und Silber am Markt. Denn viele Investoren weltweit flüchten derzeit dort hinein. Nicht nur in Europa, auch in China, wo die Wirtschaft im Zusammenbruch ist.

    So ist etwa der Goldpreis 2012 bereits in US-Dollar von 1.574 auf 1.747 und in Euro von 1.217 auf 1.330, also um elf beziehungsweise neun Prozent gestiegen, Silber ist um 20 beziehungsweise 18 Prozent gestiegen, jeweils um mehr als im ganzen Jahr 2011. Insiderquellen sagen unisono eine baldige Explosion der Gold- und Silberpreise voraus. Diese dürfte offenbar bereits anlaufen. Dann werden alle Währungen mit hohen Zinsen um ihr ßberleben kämpfen. 2012 dürfte voraussichtlich das letzte Jahr von Dollar, Euro & Co. werden. Auch Angehörige der Eliten wie George Soros sind bereits in panischer Angst, weil sie nach dem Untergang der Währungen Aufstände und eine Rückkehr des Nationalismus fürchten ß? und ihren eigenen Untergang.

    Noch etwas: die Weltwirtschaft ist in einem massiven Abschwung, weil nicht mehr beliebig aufgeschuldet werden kann, sondern gespart werden muss. Alleine das wird den Staaten und dem Finanzsystem das Genick brechen ß? siehe Griechenland, das in einer schweren Depression ist. Das kommt auch zu uns.

    04. Februar 2012
    http://www.ef-magazin.de/2012/02/04/3396-marktkommentar-von-draghis-monsterdruck-zum-gigadruck

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