Brechen die CELAC-Staaten die Konzernoligarchien auf?

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Es laufen erste zaghafte Schritte in diese Richtung. Die so genannten „Schwellenländer“ erheben sich zu einer unabhängigen Lebensweise. Nach Venezuela und Argentinien schwingt sich nun Bolivien auf, den Oligarchen den Kampf anzusagen. Mit sehr deutlichen Worten kündigte Staatschef Morales nun an, den Stromversorger Transportadora de Electricidad (TDE) zu verstaatlichen. Abermals trifft es damit einen spanischen Konzern. Wurde mit der Gründung der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELEAC) eine Trendwende eingeleitet und beginnt nun sukzessive der Ausbau des Sozialismus in diesen Staaten?


Mit dem Satz : „Bolivien braucht Partner, aber keine Besitzer“, stellte Morales ganz offen klar, der Weg führt in eine andere Richtung. Die Zeiten in denen südamerikanische Arbeiter und die Bevölkerung von Konzern-Oligarchien ausgeplündert werden, sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Zeiten des spanischen Kolonialismus neigen sich dem Ende zu. Hier sind zunächst nur einige wenige Schritte unternommen, sollte sich der Trend jedoch fortsetzen, wird sich auch für den europäischen Bürger einiges ßndern.

Zunächst wünscht natürlich jeder Bürger unseres kapitalistischen Systems, dass alle Bürger auf Erden ein Leben in Glück und Wohlstand führen kann, dieses dürfte jedoch nur die halbe Weisheit sein. Bisher profitierten wir sehr stark von den Billiglöhnen in den Entwicklungsländern. Selbstverständlich wurde einiges der Profite auch von den Konzernen eingesackt, allerdings hatten auch die Bürger in den Industrienationen ihren Vorteil.

Würde ein Zuckerrohrschläger in Brasilien zum Beispiel auch 15 Euro die Stunde und nicht 3,- Dollar am Tag verdienen, wäre der Zuckerpreis sicher ein Anderer und dieses ist nur ein exemplarisches Beispiel. Wenn alle Beteiligten umdenken würden und die Profite nicht von einigen wenigen Konglomeraten eingesackt würden, könnte hieraus sogar ein echter Wandel entstehen und die Welt würde wirklich ein wenig fairer und besser werden. Leider reicht mein Optimismus nicht aus, um dieser Variante eine echte Chance einzuräumen. Wieder eine heimische Zuckerrübe, anstatt Genmais für eine Biogasanlage. Das wäre doch eine echte Perspektive.

Unter den gegebenen Umständen jedoch, ist bei einer Fortsetzung dieser „Politik“ eher von einer weiteren Verschärfung der Probleme und Verschlechterung der Lebensqualität in Europa und anderen Industrienationen auszugehen. Hier helfen die Beispiele Wiedervereinigung und EU-Osterweiterung den Blick etwas zu schärfen. Erinnern Sie sich noch an die vollmundigen Versprechen, nicht Deutschland würde im Lebenstandard sinken, NEIN die anderen Länder würden den eigenen an unseren Anpassen. Mit den laufenden Systemen war diese Honigfalle nicht schwer zu erkennen.

Wirft man einen Blick zurück, so wird sehr schnell deutlich, die Wahrheit sah völlig anders aus. Man sollte nun nicht in Groll gegen diese Länder verfallen, denn natürlich hat auch dort jeder Mensch das Recht auf Lebensqualität. Wichtig wäre zu erkennen, dass es systematische Probleme sind und einige Wenige Unmengen an Geld horten, auf Kosten der einfachen Bürger. In meinem Artikel Industrielle Revolution : Wer hat eigentlich die Zeit gestohlen? versuchte ich bereits ein Wenig für diese Problematik zu sensibilisieren. Sollten Sie den noch nicht kennen, lohnt es sich durchaus mal zu schauen.

Nun noch kurz einige Zitate aus dem Nachrichtensektor von NTV zu der Aktion von Bolivien:

Verstaatlichungs-Trend in Südamerika : Bolivien eignet sich Stromkonzern an
Morales wies die Armee an, die TDE-Zentrale in Cochabamba einzunehmen. „Bolivien braucht Partner, aber keine Besitzer“, sagte der Staatschef in einer Fernsehansprache. TDE verwaltet ein Kabelnetz von rund 1900 Kilometern Länge in dem südamerikanischen Land. Die spanische Red Electrica hält indirekt 99,9 Prozent an dem Unternehmen, das 2011 einen Gewinn von 12,5 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Damit steuerte TDE knapp drei Prozent zum Gewinn von Red Electrica bei.
[…]
Der Analyst Alberto Ramos, der für Goldman Sachs Lateinamerika im Blick hat, erwartet aber keine breite Verstaatlichungswelle. Der Schritt Boliviens und die Enteignung in Argentinien seien zwar Entwicklungen, die die ausländischen und heimischen Investoren beunruhigten, erklärte er. „Aber glücklicherweise ist diese Art von Ereignissen beschränkt auf eine kleine Zahl von Ländern in der Region, die irrgläubige wirtschaftliche Experimente fortsetzen und die immer weniger in die Weltwirtschaft integriert sind.“ [1]

Fazit: Diese Tendenzen sind auch für unseren Lebensstandart nicht ohne Bedeutung. Sollte der Trend sich fortsetzen und verstärken, könnte sich eine Preisspirale für viele Produkte ergeben, welche wir aus diesen Ländern beziehen. Zucker und Getreide sind hier nur einige der wichtigen Dinge. Vielleicht führt dieser Trend irgendwann zu einem Umdenken bei den Menschen, da man auf einmal den sehr hohen Lebensstandard abermals drosseln muss. In jedem Fall sind diese Schritte nachvollziehbar und vielleicht bewirkt es den notwendigen Wandel und stößt zum nachdenken an. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Carpe diem

[1] http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bolivien-eignet-sich-Stromkonzern-an-article6156871.html
Photo : Wikipedia – Mirar Abajo


12 Responses to Brechen die CELAC-Staaten die Konzernoligarchien auf?

  1. Frank H. sagt:

    Guten Morgen.

    Guter Artikel.

    Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Zwar trennt sich Lateinamerika so von den USA, Britannien und Westeuropa mit einer neuen Kunstwährung, sowie Chinas Gelüsten auf mehr werden auch eingedämpft, aber der Schein könnte trügen. (Goldman Sachs durch die Hintertür)

    Weil z. B. Brasilien im Pott ist. Und Brasilien gerade seine Regenwälder an die üblichen Schwerverbrecherkonzerne Rockefellers, unter dem Deckmantel den Wald in ausgewählten „wertlosen“ Reservaten stehen zu lassen, zur Ausbeutung vermacht hat und die neu gegründete Südamerikanische ZENTRALBANK wahrscheinlich von den Kraken Rothschilds besetzt werden wird.
    Das Ganze erinnert an die EU Agenda!!! Natürlich werden Rohwaren aus diesen Staaten dann teurer, aber wir haben genug Fläche für Getreide und andere Lebensmittel. Und wer Exotenfrüchte weiter haben will, nun der soll halt bezahlen. Wird er so oder so müssen, Energiepreise steigen, dann werden die Agrarprodukte an Warenterminbörsen gehandelt von immer den gleichen Globalisten.

    Merke: Meier Amschel Bauer aka „De Rothschild“ Zitat
    Gebt mir das Geld einer Nation oder Region und es ist mir egal wer diese regiert!!!!
    Die CoL und NYSE banker verdienen also so oder so daran, obwohl England und USA nichts daran verdient, werden diese Ratten geduldet.
    geknebelt durch ihre privatisierten Zentralbanken bzw. durch ESM Vertrag wird die EZB gerade übernommen.
    Sollte dies funktionieren, werden die die Südamerika ZB auch noch knacken.
    Ergo: Sozialismus stört sie auch nicht, genauso wenig wie Faschismus sie stört.

    Nachdenlkliche Worte von Frank.

    Geld regiert die Welt. und sie werden kaufen und verkaufen nur mit dem malzeichen des Tiers (Bankenmafia) auf Hand (RFD unter der Haut oder Checkkarte / Handy) oder Stirn (drittes auge = RFD Chipimplantat).
    GS CEO: We Do GODs (Gold Oil Drigs) own work.

  2. flat eric sagt:

    Guter Artikel.

    Wir sollten uns auch mit vernünftigen Ansätzen in anderen Teilen der Erde (Bolivien und Brasilien) solidarisieren und uns nicht einreden lassen, dadurch würde unser Lebensstandard sinken.

    Geld ist ja bekanntlich genug vorhanden.

  3. Dref sagt:

    Generell denke ich dass importierte Nahrung auch teuerer sein darf. bananen, Kaffee und Gewürze waren früher auch teuer. Dafür auch etwas ganz Besonderes, das man nicht in rauen Mengen kaufte um es dann achtlos in den Müll zu schmeißen. Gemeinsam mit der ganzen Familie am Sonntag einen Kaffee zu genießen hatte mehr Lebensqualität als die heutigen Kaffejunkies, die an Magenkrebs sterben, oft jemals hatten.

    Das heißt jetzt nicht dass man Lebensmittel verteuern sollte. Im Gegenteil: Man sollte die wichtigsten heimischen Naturprodukte wie Kartoffeln und ßpfel sogar staatlich fördern!

    Auch dies wäre ein wenig positiver „Sozialismus“…

  4. tugrisu sagt:

    Jesus war ein Zinsgeldkritiker und er hat nur die Folgen des Zinsgeldes dargelegt, mangels der passenden Wörter damals, eben in denen, die das Volk verstand.

  5. EuroTanic sagt:

    Europa hat fast ein jahrtausend lang seinen Wohlstand auf Kosten anderer Länder und deren Menschen aufgebaut. Natürlich haben wir auch gearbeitet. Aber die Ausbeutung durch Imperialismus und Kolonialismus sind schauderhaft gewesen udn es ist nur das Recht der anderen Länder sich nun endlich davon zu lösen.

  6. ossiomi sagt:

    Also, dann haben wir ja schon wieder einen Diktator mehr in der Welt. Aber so was!!! Einfach so die
    Grundindustrie verstaatlichen? Das tut man doch nicht und schon gar nicht, wenn sie dem Westen gehört.

    Aber nun mal ernsthaft, FrankH., du schreibst dass wir genug Flächen für den Anbau für Getreide und andere Lebensmittel hätten. Die haben wir eben nicht mehr.

    Fahr mal sehenden Auges durch die Lande. Dann siehst du Mais, Mais und nochmals Mais unterbrochen von Raps, Raps und ab und an einem Kartoffelacker. Hafer wird in kleineren Mengen angebaut damit die vielen Reitpferde für die fast jedes Dorf Reitwege ausbauen muß, versorgt werden können.

    Jede Biogasanlage wird mit Mais beschickt und die Böden laugen aus. Von vernünftiger Fruchtfolge und wieder organischen Dünger auf den Acker bringen kann keine Rede mehr sein.

    Ich weiß wovon ich rede, da ich erstens auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und später in einem landwirtschaftlichem Betrieb gearbeitet habe. Auch heute gehören uns noch einige Hektar Ackerland, die aber an die Agrargenossenschaft verpachtet sind.

    Nun auch gleich noch ein paar Worte zum eigenen Obst und Gemüseanbau. Wir haben rund ums Haus an die 10.000 Quadratmeter, 2.500 als Streuobstwiese und 3.000 als Gartenland, das andere ist mit schönen Laubbäumen und Sträuchern zugepflanzt. Wer von Euch einen Garten besitzt, sollte auf das gekaufte Saatgut achten. ßberall wo F1 draufsteht, kann man kein Saatgut abnehmen. Das sind Hybridsorten der 1. Generation und man weiß nie, was dabei rauskommt, wenn es wieder ausgesät wird.
    Schönen Feierabend wünscht Euch die Ossiomi

  7. Antifeminist sagt:

    Na ja, für mich ist es Raub von Privatbesitzern durch eine Organisation, hierbei durch einen Staat. Für mich ist es genauso ein Verbrechen, wie wenn mich ein Krimineller ausrauben würde.

  8. Vagabund sagt:

    Sehr gut!
    Deutschland würde bestimmt auch gut daran tun, so einiges, was man seit den Neunzigern verscherbelt hat, wieder zu verstaatlichen.

    Warum sollte denn unser Lebensstandard sinken, wenn die Menschen dort ein angemessenes Einkommen haben?
    Wenn wir zeitgleich auf alternativlose Bankenrettung und Angriffskriege verzichten würden, würde sich das doch bestimmt ausgleichen, oder?

    Das Eine bedingt das Andere…

  9. Vagabund sagt:

    Kann, darf und sollte man Land denn überhaupt privat besitzen?

    Und überhaupt:
    Jeder Mensch, der auch nur einen anderen Menschen beruflich einstellt, wird versuchen, einen Gewinn für sich selbst daraus zu ziehen. Der Angestellte vielleicht auch.

    Ausbeutung ist was Anderes. Und da sind wir durch die Globalisierung leider wieder im Mittelalter angekommen 🙁

  10. roby sagt:

    Ach ja? Welch naive Denkweise. Sie haben wirklich keine blasse Ahnung. Es wäre daher besser sich etwas zurückzuhalten mit solchen Ausserungen.

  11. roby sagt:

    Ich würde mal sagen das dies der einzig richtige Weg ist mit diesem ausbeuterischen und verbrecherischen System zu brechen. Solche Grosskonzerne haben lange genug auf Kosten dieser Länder ihre Gewinne eingefahren ohne auch nur das geringste für die Bevölkerung und ihr Wohlbefinden zu tun. Dieses Geschrei von Diebstahl und so weiter kann man einfach nicht mehr hören. Wer hier wen bestohlen hat dürfte wohl völlig klar sein. Ich hoffe dies macht Schule auch für andere Länder.

  12. Panzer sagt:

    Den Energie Sektor und die Wasserversorgung, zu verstaatlichen ist für jeden autonomen staat sicherlich der Grundstein.
    Doch den handel und anbau mit Kokain zu verstaatlichen wären die Grundpfeiler für Bolivien, wenn mann in betracht zieht das sie dafür keinen know-how von draußen benötigen.

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