Rückholaktion: Die Farce vom deutschen Gold

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Einige feierten bereits frenetisch die Rückholung vom deutschen Gold. Der Preis für das edle Metall würde ins Unermessliche steigen, wurde an etlichen Stellen geschlussfolgert. Bei uns mochte diese Euphorie nicht wirklich fruchten, kennen wir doch unsere Pappenheimer aus dem FF. Nun, da die Presseerklärung der Bundesbank veröffentlicht ist, vergeht der Glanz der Ankündigung doch recht schnell. Wirklich auswirken dürfte sich diese Aktion auf den Goldpreis nicht.


3391 Tonnen Gold nennt Deutschland sein Eigen, nur 31% davon sollen in Deutschland lagern. Der Bärenanteil soll in New York bei der FED lagern. In der Studie von Carl Ludwig Thiele sieht die Aufteilung wie folgt aus:

Studie: Carl Ludwig Thiele

Nun gut, beginnen wir mit Frankreich. Die dort gelagerten 374 Tonnen sollen in Gänze nach Frankfurt überführt werden. Eigentlich kein Hexenwerk, könnte man meinen. Eines der Argumente – welches ins Feld geführt wird – seien mangelnde Lagerkapazitäten, so die Bundesbank. Um dem gerecht zu werden, wird die Rückholung über 8 Jahre gestreckt.

Nehmen wir uns kurz Zeit für eine Rechnung. Aufgrund seiner Dichte liegt ein Kubikmeter Gold bei 19,3 Tonnen. Insgesamt also wäre ein Platzbedarf von nicht ganz 20 m³ notwendig, um dem deutschen Gold ein trockenes Plätzchen in Frankfurt zu sichern. Wirft man einen Blick auf einen Tresor der Bundesbank, wo Gold gelagert ist, sieht es schon so aus, als könnte man das dort noch unterbringen. Im folgenden Video ab Minute 0:28 zu sehen:

Ohne auf neue Tresore ausweichen zu müssen, scheint das Gold doch in den Regalen durchaus noch Platz zu finden. Nun denn, wer nicht will, der hat schon?

Gehen wir bei der nun folgenden Rechnung einfach linear vor. 374 Tonnen in 8 Jahren. Da kommen wir auf die sagenhafte Menge von 46,75 Tonnen im Jahr, na wenn das den Goldpreis nicht durch die Decke schießen lässt? Hier zum Vergleich einen Chart von Zerohedge, welcher die Goldimporte Chinas im Jahr 2012 zeigt:

Alleine China hat von Januar bis November letzten Jahres mehr als das 15 Fache importiert, selbst da blieb ein Preisschub aus. Betrachten wir in diesem Zusammenhang noch die Jahresförderung (2011) von 2700 Tonnen, in diesem Augenblick relativiert sich das Ganze doch etwas.

Ein echtes „Zuckerl“ bietet die Studie von Carl-Ludwig Thiele dann auch noch. Ein Bild der Goldreserven bei der FED. Ein leichtes Lachen konnte ich mir nicht verkneifen, als ich es sah. Der „prall gefüllte“ Tresorraum, in dem kein Finger breit mehr Platz ist.

Quelle laut Studie: FED-New York

Na meine Damen und Herren, da dürfte die FED sich doch glücklich schätzen, wenn wir dort für etwas Platz sorgen?

Wie sie sehen, ist es ein Witz, nicht mehr und auch nicht weniger. Meine persönliche Einschätzung zu den Goldreserven sind den Lesern hinlänglich bekannt. Im Fort Knox dürfte das vorhandene Gold kaum noch für eine Plombe reichen. Durch diese massive Streckung wird es keine großen Auswirkungen auf den Goldpreis haben, die notwendigen Mengen sind relativ einfach auf dem Weltmarkt zu beschaffen. Ins Schwitzen wären die Manipulatoren gekommen, hätte man kurzfristig eine komplette Überprüfung der deutschen Goldreserven im Ausland durchgeführt. Wenn der seit Jahrzehnten stattfindende Schwindel auffliegen würde, dann wäre der Goldpreis nicht mehr zu halten. Aufgrund der massiven Zukäufe Chinas und der kontinuierlich wachsenden Geldmenge ist trotzdem von weiteren Steigerungen auszugehen, aber die „Rückholung“ wird da kaum einen Beitrag zu leisten.

Carpe diem

Studie von Carl-Ludwig Thiele bei der BuBa
Bildquelle: Tresorraum BuBa


16 Responses to Rückholaktion: Die Farce vom deutschen Gold

  1. Berg sagt:

    Wolfram, liebe Leute kauft Wolfram 🙂

  2. Erasmus sagt:

    Leserkommentar

    http://www.hartgeld.com/infos-de.html

    „“Diese Goldheimholungs-Aktion ist doch nichts anderes als ein Versprechen, genauso viel wert wie Papiergeld.

    Wenn das Gold wirklich vorhanden wäre und geliefert werden würde, würde sich die Bundesbank dafür niemals 7 Jahre Zeit lassen. Sie würden es in ein Kriegsschiff verladen und in Deutschland vor der Presse vorführen, alleine, um Gerüchten entgegen zu wirken und den „Verschwörungstheoretikern“ den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das sollte ja wohl Sinn und Zweck der gestern medial total breitgetretenen Geschichte sein.

    Wenn sie von 6720 Tonnen nicht mal 300 Tonnen für diesen Zweck (Verschwörungstheoretiker lächerlich zu machen, Vertrauen schaffen) bereit stellen können, heisst das doch, dass nicht mal diese 300 Tonnen auf einen Schlag verfügbar sind. Das würde also logischerweise bedeuten, dass nicht nur das deutsche Gold nicht vorhanden ist, sondern gar keines mehr.““

  3. laquibie sagt:

    „…Das würde also logischerweise bedeuten, dass nicht nur das deutsche Gold nicht vorhanden ist, sondern gar keines mehr.“

    Das genau ist das Problem. Das Ganze ist ein Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann. Von daher ist es doch lobenswert, dass die BUBA den Reichsgoldverwaltern eine faire Chance gibt, das was sie in den vergangenen Jahren verkauft/verliehen/verleast haben wiederzubeschaffen… 😉

  4. dogbert sagt:

    Lachen mußte ich bei dieser Augenwischerei:
    Der große Schlag gegen die wilden Gold-Mythen
    Besitzt die Bundesbank wirklich Gold? Oder steckt im Kern der Barren nichts als Blech? Verschwörungstheoretiker zweifeln an der Echtheit der Reserven. Ein aufsehenerregender Test soll sie überzeugen.

    Und selbstverständlich wurde mein Leserkommentar nicht veröffentlicht. Ich stellte sie Fragen, die Peter Boehringer regelmäßig stellt:

    * Wie sind die Barrennummern?
    * Wie oft ist der Goldbestand schon (von der aufbewahrenden Bank) verpfändet? Das würde eine Buchprüfung erfordern.

    Eine physische Prüfung von 20 Goldbarren ist absolut witzlos. Das erinnert an den FlowTex-Schwindel.

  5. Erasmus sagt:

    Hallo Dogbert

    Die Idee von Flowtex war Genial.

    Die Ausführung war weniger gut. 😉

  6. EuroTanic sagt:

    Ich persönlich halte nicht viel vom Gold, auch wen ich mir in der jetzigen Situation selber was zurücklegen würde. Grundsätzlich fände ich Leistungsgedecktes Geld besser. Wenn ich z.B. einen Besen in die Hand nehme und die Strasse fege generiere ich einen Wert. Das ist für mich gleichbedeutend mit „Geld“. Somit muss Arbeit aus meiner Sich Tauschwerte generieren, aus sich heraus. Das wäre ein wirklich demokratisches Geld. Da bräuchten wir auch keine Zentralbank unter dem Einfluss der Politik, und auch keine privaten Geschäftsbanken die Geld erfinden. Gold und Geld allgemein schafft erst mal nichts, solange nicht jemand arbeitet.

  7. dogbert sagt:

    Jedes Schneeballsystem (Ponzi scheme) ist irgendwann zu Ende.

  8. dogbert sagt:

    Je länger sie damit warten, desto teurer wird der Spaß. Was Leerverkäufer erwarten kann, hat man an Adolf Merckle und den VW-Aktien gesehen.

  9. Habnix sagt:

    Jetzt weis ich auch warum die Glühbirne nicht mehr verkauft werden darf.Ist ja doch der der Glühdraht in der Birne aus Wolfram. 😀 😉

  10. Schafkritiker sagt:

    Ganz schön schräge Story, was. Deshalb nehme ich mir regelmäßig Nachrichten-Pausen. So viel Bullshit ist einfach zu schwer zu ertragen.

  11. Gedoense sagt:

    Ich stimme Dir natürlich grundsätzlich zu, Jens.
    Nur, auch wenn es da drinnen sehr geräumig aussieht 😉 , wissen wir nicht, ob es irgendwelche baustatischen Begrenzungen gibt. Das Gewicht von so ein paar Barren ist ja nicht zu unterschätzen.
    – Nur um ein wenig Hoffnung übrigzulassen, obwohl die eh schon gestorben ist.

  12. olf sagt:

    Auf dem Papier besitzt Deutschland etwas über 3300 Tonnen Gold.
    Platz 2 in der Welt nach den USA mit etwa 8500 Tonnen.

    Sicher iss das Gold futsch!

    Was glaubt ihr denn warum man Mali angrgriffen hat?
    Das drittgrösste Goldlager der Welt?
    Ohne die UNO oder sonstige Institutionen zu fragen?

    Natürlich!!!!!

    Man muß Deutschland bezhlen!
    Schliesslich will es sein Gold zurück.

    Man sollte auch zahlen sonst kommt der Rest der Welt noch auf die Idee den USA und den Briten nicht mehr zu trauen und alles abzuziehen was geht.

    Hahaahah.

  13. Schwarzblut sagt:

    Das Mali was damit zu tun hat, ist wirklich weit, sehr weit her geholt. Die Goldförderung ist pro Jahr auf ein bestimmtes Maximum limitiert um den Wert des Goldes zu erhalten. Dieses Maximum darf nicht überschritten werden.
    Was soll es also jetzt Frankreich bringen Mali anzugreifen wegen des Goldes? Eben, nichts, die Fördermenge bleibt trotzdem die gleiche.

  14. Irmonen sagt:

    naja vieleicht wird das deutsche „zurückgeholte Gold“ dann von den Rettungsschimr-Hütern und Euroumverteilern be,ansprucht zum Freikauf diverser ausländischer Banken, Regierungen, Banksters, Mafiosen, Spekulanten, Hedgfonsmanagern usw.
    – warum sollten die nämlich so blöd sein und sich mit den KlopapierEuro auszahlen lassen, „retten“ lassen.

    Müßte man mal so überschlagsmäßig ausrechen wieviel diese jährlich 46Tonnen Gold denn plus-minus euronenmäßig wert sein könnten, würden.

  15. Asgard sagt:

    Es geht doch um etwas ganz anderes hier.

    Es ist eine Propaganda, welche die Euro Anleger beruhigen soll. Der Markt für Staatsanleihen ist kurz vorm kippen und man sendet die Botschaft, schaut her Leute Deutschland ist zahlungsfähig und somit bleibt das Euro-System noch stbil.
    Doch in Wirklichkeit brennt die Lunte – schaut man sich die Chats für den deutschen Rentenmarkt an, dann steht der Zusammenbruch bevor. Das Spiel heißt jetzt Mikado, wer sich als erster bewegt, Dollar oder Euro hat verloren – am Ende sinds sowieso beide.

  16. stfschaefer sagt:

    Falsch!

    Da das Gold der Deutschen längst verkauft ist und D es jetzt zurückhaben will muss man es woanders herholen. Da es aber nicht käuflich erwerbbar ist, wird man es stehlen müsssen. Daher wurde Mali überfallen, um Gold mehr als angegeben zu fördern und den überhängenden Rest den Deutschen Stück für Stück zurückzuerstatten.

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