Korea: Der Punkt des reinen Säbelrasselns ist vorbei

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Was den Aggregatzustand der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Mächten und den USA angeht, ist Schockgefroren sicher nicht als übertrieben zu bezeichnen. Das Wechselbad der Gefühle geht schon eine gefühlte Ewigkeit und doch haben sich einige Faktoren grundlegend geändert. Hier noch von reinen Drohgebärden zu sprechen, ist nicht nur fahrlässig, sondern brandgefährlich. Ein kleiner Funke kann reichen, um die Katastrophe auszulösen.


Das Schattenboxen zwischen Nordkorea und den USA ist nicht neu, Drohungen und Machtdemonstrationen waren allgegenwärtig. Die Situation hat mittlerweile jedoch eine neue Qualität bekommen und es wird für beide Seiten sehr schwierig, ohne einen massiven Imageverlust zurückzurudern.

Erst vor wenigen Tagen verlegten die USA B-2 Spirit Tarnkappenbomber nach Südkorea. Nur kurz darauf wurden auch Tarnkappenjäger vom Typ F-22 verlegt. Eigentlich sind die so genannten Stealth-Flugzeuge nicht oder kaum zu orten, was einen hohen militärischen Vorteil mit sich bringt. Seit 2012 wurde dieser Bonus mittels des passiven Radars ein wenig relativiert. Im Gegensatz zur normalen Radartechnik wird hier nur auf Veränderungen des Strahlungsfeldes von Rundfunk- oder Mobilfunk-Signalen gesetzt und diese ausgewertet. Die Technologie gilt mittlerweile als ausgereift. Solche Systeme zu orten, ist fast ausgeschlossen, da diese keine eigenen Signale aussenden.

Wiki DNM - VLS Farragut

Wiki DNM – VLS Farragut

Bereits durch das Stationieren der Stealthtechnologien wurde ein starkes Signal nach Pjöngjang gesendet, das war allerdings nur der Anfang. Neben dem Lenkwaffenzerstörer „USS Fitzgerald“, der sich noch wegen des gemeinsamen Manövers mit Südkorea in der Region aufhielt, soll nun noch der Lenkwaffenzerstörer „USS John S. McCain“ nach Südkorea geschickt werden. Beide Schiffe gehören zur Arleigh-Burke-Klasse und verfügen über 90 Vertical launch Systeme (VLS) für den Abschuss von Lenkwaffen. Auch diese Kampfkreuzer bedienen sich der Tarnkappentechnologie.

wiki SBX - Mac Davis

Wiki SBX – Mac Davis

Zu guter Letzt wird nun noch das Sea-Based X-Band Radar SBX verlegt, als Teil des „GMD“ (Ground-Based Midcourse Defense). Die genaue Reichweite ist unbekannt, wird aber auf etwa 5000 Kilometer geschätzt. Die Anlage ist in der Lage, jede Art von Geschossen und Raketen ab der Größe eines Baseballs auf 2900 Meilen zu identifizieren und die Flugbahn zu berechnen. Aufgrund der Bauweise und Größe ist die Verlegung mit einer erheblichen Logistik verbunden. Zumindest scheinen sich die USA auf einen länger anhaltenden Konflikt vorzubereiten.

Nachdem der junge Kim-Jong Un die Macht übernommen hat, gibt es neue Variablen in der Gleichung. Er hat noch keine eigene Reputation eingeworben und sich im aktuellen Fall bereits sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Neben dem Atomtest, dem Kappen der diplomatischen Beziehungen und der „Not-Leitung“, wurden die Raketentruppen in Alarmbereitschaft versetzt. Der Waffenstillstand wurde gekündigt und formal der Kriegszustand erklärt. Das Repertoire an Drohgebärden ist damit ausgeschöpft. Auch seitens der USA hat man nicht mit Säbelrasseln gespart, wie im oberen Teil des Artikels deutlich wird.

Diese Situation ohne einen Gesichtsverlust zu lösen, dürfte für beide Seiten zu einer Herkulesaufgabe werden. Wie ernst die Lage ist, zeigt das Herunterspielen durch die USA und die erstaunliche Ruhe aus Peking. Die aufgefahrene Technik aus den USA ist ein schlagender Beweis dafür, eine Eskalation rückt in greifbare Nähe. Das alles erinnert sehr stark an die Zeit der Kubakrise, in der der kleinste Fehler in einen Krieg gemündet hätte. Auch in Pjöngjang und Washington dürften die Nerven blank liegen.

China wird sich kaum entziehen können, man wird die USA sicher nicht vor der Haustür haben wollen. Nordkorea ist dort ein notwendiger Katalysator, das wird man sicher verteidigen. Aus Peking ist bisher wenig zu hören, was die Lage angeht. Eine vertrackte Situation.

Carpe diem


79 Responses to Korea: Der Punkt des reinen Säbelrasselns ist vorbei

  1. strom23 sagt:

    Welt online wendet sich auch alle paar Minuten von rechts nach links.
    Neueste Headline, „Atomkriegsdrohung ist verkappte
    Rückzugserklärung“.

    Plötzlich und so vehemment alle Gefahren vom Tisch zu wischen und die Artikel der letzten Nacht einfach mal vergessen zu lassen zeugt nicht von Linie. Was bewegt ein Sensationsblatt dazu die Sensations Meldung plötzlich als Quatsch darzustellen?

    Ich wittere Verschwörung :-)….

  2. Politicus sagt:

    @ strom 23

    ich wittere geldmacherei. heute so morgen so, hauptsache ein schlagzeile und viele leser.

    wie immer wissen wir kaum etwas, reine vermutungen und planspiele hier. aber gut zum zeitvertreib ist es ok.

  3. strom23 sagt:

    Da pflichte ich dir bei. An erster Stelle sind solche Planspiele Zeitvertreib und mehr Raum sollten sie auch nicht einnehmen.
    _______________________________________________________

    Warum sollte man die Koreanische Atombombe ernstnehmen?

    Zu Zeiten von Sadam Hussein standen wir laut den Medien vor dem Weltuntergang. Die wesentlich besser bekannte Irakische Armee entpuppte sich als Blindgänger vom Allerfeinsten.
    Nun schießt ein Land Sateliten ins All und testet erfolgreich einen Atomsprengsatz mit mehreren tausend Tonnen aber wird ausgelacht. Kann sich noch jemand an Abdul Kadir Khan erinnern? Der Vater der Pakistanischen Atombombe hat 2004 zugegeben das er die Pläne für die Pakistanische Atombombe an Nordkorea verkauft hat. Die hatten also knapp Zehn Jahre Zeit so ein Teil zu bauen.
    Nun kann man weiterhin schmunzeln über den dicklichen Jungen aber die Koreanische Atombombe ist trotzdem Realität ob es den Experten nun paßt oder nicht.

  4. Schwarzblut sagt:

    @ Strom23, siehe weiter oben…

    Was hat das bitte mit Geldmacherei zu tun? Wenn die Medien das ausschlachten wollten für Geldmacherei, würden wir nur noch NK lesen, wie es der Fall mit Irak und Afghanistan war.

    Fakt ist, die Drohung des Atomschlags gegen die USA ist draussen, hat Washington sogar schriftlich vorliegen, was einer formellen Kriegserklärung gleich kommt…

    Das alles jetzt runter zu spielen nur weil die Medien nicht so anschlagen, würde ich allerdings nicht.

  5. strom23 sagt:

    @schwarzblut

    Sorry wollte dein posting mit dem Irak nicht kopieren.
    Es paßt eben so herrlich als Vergleich.

  6. strom23 sagt:

    USA rechnen mit baldigem Start eine ballistischen Rakete von der Ostküste Nordkoreas.

    http://de.rian.ru/security_and_military/20130404/265868647.html

  7. illumis sagt:

    als letzter wahnschuss , das systhem ist am zusammen brechen, entweder „23“ /die Schwarzschatten gewinnen und das seit allen Kulturen durch oder wir erwachen und machen uns noch eine schöne Erde aber sein wir uns dabei bewusst, versäucht haben unsere kapiltalische neokons die Erde seit 1938 ,wie kriegen wir das wetter wieder hin ?
    nunja schaffen wir erstmal den Electrosmoke ab, dann hörren wir auf den boden zu versauern und fangen an autark zu leben, für die erdaufbereitung , nutzen wir wieder Faserhanf, den wusstet ihr das man für ein Kilo Faserhanf nur 290 L wasser braucht und für die gleiche menge Wolle unglaubliche 15..000 Liter ?
    Der Faserhanf bereitet den Boden auf so das sich in wengen Generationen der Boden wieder Fruchtbar ist, das ist ja alles seit langem im peto aber nein, the Kapital erlaubt nur Zerstörung, leute auch wenn ich den Dirk mag und nix gegen Geldverdienen in der Börse, bleibt es so wie es ist ,ein zerstörrerisches kapitalistisches Systhem in dem nur wenige erfüllung finden und der rest vor die Hunde geht.
    Ich habe fertich flasche leer.
    schönen abend noch

  8. illumis sagt:

    man diese seite hier mach tmich noch verrückt,siehste ,the ami ,the kriegstreiber wegen wat, jetzt sagen uns die medien schon wann es los geht, HILFE!
    schaamadona

  9. Schwarzblut sagt:

    http://german.ruvr.ru/2013_04_04/China-bereitet-sich-auf-Krieg-mit-Nordkorea-vor/

    Mit Nordkorea, nicht gegen Nordkorea…nun, genau davor hab ich gewarnt…sollte China demnächst in NK “ einmarschieren um den Dicken zu Zäumen “ ( zumindest nach aussen hin ) ist höchste Vorsicht geboten…

  10. Frank H. sagt:

    Ich habe ein recht treffenden Song von Pink Flayd gefunden. Danke an Dirk Müller für den Tip.
    Titel: Run Like Hell
    http://www.youtube.com/watch?v=AzjRbA8FrqA
    Lyrics: Run, run, run, run [repeat line four times]
    You better make your face up in
    Your favourite disguise
    With your button down lips and your
    Roller blind eyes
    With your empty smile
    And your hungry heart
    Feel the bile rising from your guilty past
    With your nerves in tatters
    When the cockleshell shatters
    And the hammers batter
    Down the door
    You better run

    Run, run, run, run [repeat line four times]
    You better run all day
    And run all night
    And keep your dirty feelings
    Deep inside. And if your
    Takin‘ your girlfriend
    Out tonight
    You better park the car
    Well out of sight
    ‚Cos if they catch you in the back seat
    Trying to pick her locks
    They’re gonna send you back to mother
    In a cardboard box
    You better run

    Ansonsten, der Tagesgugg von Dirk Müller http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=6a376b13ef7788451c1f2ead3e947471&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=13795

  11. Frank H. sagt:

    Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte aus dem Jahre 1913
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_wei%C3%9Fe_Band

    Jean Claude Juncker auf einer Pressekonferenz im Januar 2013: Wir befinden uns wieder im Jahre 1913….

  12. illumis sagt:

    Mahlzeit,
    also heisst es das dass Amerikanische Systhem am Zusammenbrechen ist (deshalb die infos Fema lager ,Bewaffnete Gruppierungen), und NK ist ein 2 tes Pearl Harber. Wenn man bedenkt das wir heute die selben zustände haben wie 1913 und nach 1929 , der Schwarze Freitag die Leute auf den Strassen in Amerika ,ihre politiker zum Jordan gejagt haben, wir jetzt in der selben situation stehen, also würde ich mein augenmerk mehr auf amerika richten.
    Falls Flag/Gladio in solch einem grossen aussmass, wahnsinn.

  13. Jens Blecker sagt:

    Ich sehe das mit den USA mittlerweile etwas anders. Man ist dabei sich das wahrscheinlich lukrativste Gut der Welt zu sichern, die Hoheit über Informationen und den Datenverkehr.
    Die USA würde ich nach den Entwicklungen in den letzten Jahren nicht mehr unbedingt totsagen, es wird nur ein anderes – unsozialeres – Geschäftsmodell geben, meine bescheidene Meinung.

    wir werden sehen 😉

  14. illumis sagt:

    und das meinst du lassen die anderen zu, wie fühlst du dich wenn du deine Macht den bach runter schwimmen siehst, ne ich glaub da landet etwas in New York , aber wie gesagt, wir warten ab, scheisse ich will soetwas nicht erleben, mann….

  15. Schwarzblut sagt:

    NK rät Botschaften NK zu verlassen…

    http://german.irib.ir/nachrichten/item/219334-nordkorea-r%C3%A4t-russland-zum-diplomatenabzug

    Das wars dann wohl, schätze in spätestens 7 Tagen wirds da los gehen…

  16. Schwarzblut sagt:

    China macht mobil und verlegt Truppen an die Grenzen zu NK, NK rät Diplomaten NK zu verlassen…die Würfel sind gefallen!

    Alle haben darauf gesetzt das der näcshte Krieg US/Israel vs Iran sein wird…Iran war die große Ablenkung, wir haben uns alle geirrt…der nächste Krieg wird China vs USA sein…

    Hab wirklich gehofft ich würde falsch liegen und all die “ Experten “ würden recht behalten. Und mir fehlen irgendwie die Worte.

  17. tugrisu sagt:

    nun mach hier mal nicht die panik….

  18. Rex Banner sagt:

    Na, noch wäre ich vorsichtig. Wer weiß, ob all diese Hiobsbotschaften uns nicht genau das denken lassen sollen. Weg vom Iran, hin zu Nordkorea. Türlich, spricht die gegenwärtige Lage (in den Medien!) nicht gerade für eine Eskalation im Nahen Osten, aber dieses beinahe Hinführen zum Krieg seitens der Medien, finde ich enorm verdächtig.

    Kann mir nicht so recht vorstellen, dass die nächsten Tage weitere Horrormeldungen kommen und dann fliegt plötzlich ’ne Rakete… ich denke, das die Menschen sowas irgendwie überraschen muss, damit man den Schock für sich nutzen kann. Jetzt meint ja schon jeder zu wissen – auf Grund der Nachrichten – das es zu einem Krieg kommt.

  19. Frank H. sagt:

    Nu komm erst mal runter. Tief durchatmen.
    Da sind noch Russland und der Iran und China und der asiatische Subkontinent Indien-Pakistan.
    Und die Türkei samt Israel ist mit Syrien beschäftigt. Die Europäer rennen durch Afrika und Afghanistan. England ist mit Argentinien beschäftigt.
    Bleibt der US Riese also alleine im Pazifik mit seinem Japanwackeldackel. Die sind so pleite, dass es keinen Krieg gibt. Es geht um den Status Quo. Mehr ist das nicht. Und in Ägypten gab es neulich eine große islamische Konferenz! Auf der sah der Westen sehr alt aus. Israel ist eingekesselt. Und durch die Griechenland-Zypernkrise ist die Türkei mit an Europa gebunden. Russland war übrigens mal wieder sehr schlau, hat sich wieder NICHT von den Europäern in Zypern verarschen lassen.
    Die TLC / BB Junta fährt Ruderboot und ist kurz vorm absaufen. Die Rettungsboote haben gigantische Löcher, das Mutterschiff ist abgesoffen.
    Soros macht gerade im Alleingang die EU rund. Somit kannste das knicken.

  20. strom23 sagt:

    In Panik zu verfallen ist genauso unsinnig wie das Problem zu bagatelisieren.
    Der erste anständige und der Situation entsprechende Artikel aus der „freien“ Presse zu diesem Thema.

    http://www.n-tv.de/politik/Nordkorea-draengt-auf-Evakuierung-article10421701.html

  21. strom23 sagt:

    Wann immer Herr Soros etwas sagt dann ist es immer gut für seine Investments.

    Wann immer es um die Börse geht wird nur auf die Indizes, und Rohstoffe (gold,silber,öl) geschaut. auch die Anleihe Zinsen stehen im Fokus. Das aber die 2.größte Deutsche Bank seines Zeichens die Teil verstaatlichte commerzbank mit einer Bilanzsumme von 700milliarden € heute wieder ihren historischen Tiefstand erreichte darüber spricht kein Mensch.
    Was für mich im Umkehrschluß bedeutet das egal wie groß das Problem ist, die Händler auf der ganzen Welt wissen, die Staaten springen ein. Deshalb wird es keinen Crash geben. Sollte es doch mal aus dem Ruder laufen dann sind die Börsen eben plötzlich zu. eine Aktie wird auch vom Handel ausgesetzt wenn es wasserfallartig nach unten geht. Außerdem wird auf allen Börsen inzwischen der Handel elektronisch abgewickelt. Eine umfassende Manipulation wird dann auch die Kurse retten. Keiner weiß wie hoch die Volumina wrklich sind und deshalb kann jede Börsenaufsicht nach der Wiederöffnung einfach abweichende Schlußkurse auf der Tafel eintragen.

  22. Frank H. sagt:

    „Nach britischen Angaben habe Pjöngjang erklärt, dass die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen ab dem *10. April* nicht mehr garantiert werden könne, wenn es zu einem Konflikt komme.“
    http://www.tagesschau.de/ausland/nordkorea762.html

  23. Frank H. sagt:

    Hinter dem amerikanisch-nordkoreanischen Getöse
    Jack A. Smith
    Was spielt sich ab zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Nordkorea und führt zu Schlagzeilen in den letzten Tagen wie „Spannungen in Korea eskalieren“ und „Nordkorea bedroht die Vereinigten Staaten von Amerika“?

    Die New York Times berichtete: „Diese Woche gab Nordkoreas junger Führer Kim Jong-un seinen Untergebenen den Befehl, sich auf einen Raketenangriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika vorzubereiten. Er trat in einer Kommandozentrale auf, vor einer Landkarte mit der verwegenen, unrealistischen Aufschrift ‚Pläne für einen Angriff auf das Festland der Vereinigten Staaten von Amerika.’ Früher in diesem Monat prahlten seine Generäle mit der Entwicklung eines nuklearen Sprengkopfes „á la Korea’, der auf eine Langstreckenrakete montiert werden könne.“

    Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen sehr wohl, dass den Äußerungen Nordkoreas das ausreichende militärische Durchsetzungsvermögen fehlt, um die rhetorischen Drohungen wahr zu machen, sie scheinen aber die Spannungen im gleichen Ausmaß zu steigern. Auch die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye weiß, dass die Drohungen rhetorischer Natur sind, erklärte aber: „Wir sollten ohne weitere politische Überlegungen einen starken und unmittelbaren Vergeltungsschlag führen, wenn der Norden eine Provokation gegen unser Volk setzt.“

    Pyongyang hat offensichtlich ein anderes Ziel im Auge. Ich muss ein bisschen zurückgehen, um die Situation zu erklären.

    Seit dem Ende des Koreakrieges vor 60 Jahren hat die Regierung der Arbeiterpartei der Demokratischen Volksrepublik Korea (DPRK oder Nordkorea) wiederholt im Grunde die gleichen vier Forderungen an die Vereinigten Staaten von Amerika gestellt. Diese beinhalten:

    1. Einen Friedensvertrag, der den Koreakrieg beendet. 2. Die Wiedervereinigung Koreas, das seit 1945 „vorübergehend“ in einen Nord- und einen Südteil aufgeteilt war. 3. Ein Ende der Okkupation Südkoreas durch die Vereinigten Staaten von Amerika und eine Einstellung der jährlichen monatelangen Kriegsmanöver durch die Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea. 4. Bilaterale Verhandlungen zwischen Washington und Pyongyang, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu beenden.

    Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihr südkoreanisches Protektorat haben jeden der Vorschläge im Lauf der Jahre zurückgewiesen. Infolgedessen ist die Halbinsel seit den 1950ern extrem instabil. Es ist jetzt so weit gekommen, dass Washington seine diesjährigen Kriegsmanöver, welche Anfang März begonnen haben, als Vehikel für die Durchführung eines Scheinangriffs auf Nordkorea mit Atomwaffen benutzt hat, indem es zwei atomwaffenfähige B-2 Stealth-Bomber am 28. März die Region überfliegen ließ. Drei Tage danach beorderte das Weiße Haus F-22 Raptor-Tarnkappen-Kriegsflugzeuge nach Südkorea, eine weitere Eskalation der Spannungen.

    Was hinter den vier Vorschlägen steckt:

    1. Die Vereinigten Staaten von Amerika weigern sich, einen Friedensvertrag zur Beendigung des Koreakrieges abzuschließen. Ein Waffenstillstand ist eine zeitweilige Einstellung der Kämpfe durch eine beiderseitige Zustimmung. Der am 27. Juli 1953 unterzeichnete Waffenstillstand sollte in einen Friedensvertrag umgewandelt werden, wenn „eine endgültige friedliche Einigung erreicht worden ist.“ Das Fehlen eines Friedensvertrags bedeutet, dass der Krieg jeden Augenblick wieder weitergehen könnte. Nordkorea will keinen Krieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika, dem mächtigsten Militärstaat der Geschichte. Es will einen Friedensvertrag und die diplomatische Anerkenung durch Washington.

    2. Zwei Koreas existieren infolge eines Abkommens zwischen der UdSSR (die an Korea grenzte und half, den nördlichen Teil des Landes im Zweiten Weltkrieg von Japan zu befreien) und den Vereinigten Staaten von Amerika, die die südliche Hälfte besetzt hatten. Obwohl im Norden Sozialismus herrschte und Kapitalismus im Süden, sollte es keine permanente Teilung sein. Die zwei Großmächte sollten nach ein paar Jahren abziehen und dem Land eine Wiedervereinigung ermöglichen. Die Sowjetunion tat das, die Vereinigten Staaten von Amerika nicht. Dann kam der verheerende Dreijahreskrieg im Jahr 1950. Seit damals hat Nordkorea verschiedene Vorschläge vorgelegt, um die Trennung zu beenden, die seit 1945 bestanden hat. Der neueste Vorschlag ist, glaube ich, „ein Land – zwei Systeme.“ Das heißt, dass der Süden kapitalistisch und der Norden sozialistisch bleibt, während sich beide Hälften vereinigen. Das wird schwierig sein, aber nicht unmöglich. Washington will das nicht haben. Es will die ganze Halbinsel haben, um seinen Militärapparat direkt an die Grenzen von China und Russland heranzubringen.

    3. Washington hat seit dem Ende des Krieges zwischen 25.000 und 40.000 Soldaten in Südkorea behalten. Diese erinnern – gemeinsam mit Amerikas Flotten, Stützpunkten mit Atombombern und Militäreinrichtungen in enger Nachbarschaft der Halbinsel – an zwei Dinge. Eines ist: „wir können den Norden vernichten.“ Das andere ist: „Südkorea gehört uns.” Pyongyang sieht es so – umso mehr, seit Präsident Obama beschlossen hat, in Richtung Asien „umzuschwenken.“ Während das Umschwenken einen wirtschaftlichen und Handels-Aspekt hat, ist sein Ziel in erster Linie, Amerikas bereits beträchtliche militärische Macht in der Region auszubauen, um die Drohungen gegenüber China intensivieren zu können, aber das benachbarte Nordkorea liegt sehr wohl innerhalb dieser gefährlichen Peripherie.

    4. Der Koreakrieg war im Grunde ein Konflikt zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das heißt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die Führungsrolle im Kampf gegen Nordkorea einnahmen, bei dem auch eine Reihe von UNO-Ländern mitmachten, und verantwortlich waren für die Tötung von Millionen Koreanern nördlich der Teilungsgrenze am 38. Breitengrad. Es ist völlig logisch, dass Pyongyang direkte Gespräche mit Washington sucht, um Meinungsverschiedenheiten zu bereinigen und eine friedliche Lösung zu erreichen, die zu einem Friedensvertrag führt. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich konsequent geweigert.

    Diese vier Punkte sind nicht neu. Sie wurden in den 1950ern vorgelegt. Ich besuchte die Demokratische Volksrepublik Korea als Journalist für (die amerikanische Ausgabe der Zeitung) The Guardian dreimal in den 1970ern insgesamt acht Wochen lang. Immer wieder wurde ich in Diskussionen mit Regierungsvertretern hinsichtlich eines Friedensvertrags, Wiedervereinigung, Abzug der Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Süden und direkten Verhandlungen befragt. Die Situation ist heute die Gleiche. Die Vereinigten Staaten von Amerika werden sich nicht bewegen.

    Warum nicht? Washington will das kommunistische Regime loswerden, ehe es zulässt, dass Frieden auf der Halbinsel einzieht. Kein „ein Staat, zwei Systeme“ für Uncle Sam, da sei Gott vor! Der will einen Staat, der treue Gefolgschaft schwört – was raten Sie, wem? Bis dahin rechtfertigt die Existenz eines „kriegerischen“ Nordkorea, dass Washington den Norden mit einem veritablen Aufgebot von Feuerkraft umstellt. Ein „gefährliches“ Nordkorea lässt sich gut verwenden, um Tokia innerhalb des Orbits der Vereinigten Staaten von Amerika zu halten und einen weiteren Vorwand für das vormals pazifistische Japan ins Spiel zu bringen, sein bereits formidables Arsenal weiter aufzustocken.

    Den gemeinsamen Kriegsmanövern der Vereinigten Staaten von Amerika und Südkoreas im März gingen im Februar gemeinsame Kriegsmanöver der Vereinigten Staaten von Amerika und Japans unter dem Titel „Eiserne Faust“ voraus. In beiden Fällen demonstrierte Washington stillschweigend, dass es auf der Seite von Seoul oder Tokio gegen Pyongyang oder Peking steht, wenn es hart auf hart kommt. Das Bemühen der Vereinigten Staaten von Amerika und Japans richtete sich auf die Einnahme einer imaginären Insel – eine direkte militärische Warnung an die Adresse Chinas, das Besitzrechte auf die Senkaku Inseln geltend macht, was auch Japan tut.

    Aus einem Artikel in Foreign Policy in Focus vom 15. Februar von Christine Hong und Hyun Le: „Die Darstellung Nordkoreas als die größte Bedrohung der Sicherheit in der Region vernebelt die hinterlistige Natur der Politik des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Barack Obama in der Region, besonders die Identität zwischen dem, was seine Berater als ‚strategische Geduld’ bezeichnen einerseits, und seiner offensiv eingesetzten militärischen Pose und Allianz mit Falken in der Region andererseits. Die Untersuchung der aggressiven Politik Obamas gegenüber Nordkorea und deren Auswirkungen ist entscheidend, um verstehen zu könen, warum Demonstrationen von militärischer Macht – von Politik mit anderen Mitteln, um es mit Carl von Clausewitz auszudrücken – die einzigen Wege der Kommunikation mit den Vereinigten Staaten von Amerika sind, die Nordkorea anscheinend zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

    Brian Becker, Vorsitzender der Antikriegskoalition ANSWER, schrieb am 31. März: „Das Pentagon und das südkoreanische Militär haben heute – und das letzte Jahr hindurch – massive Kriegsspiele aufgeführt, die die Invasion und die Bombardierung von Nordkorea simulieren. Wenige Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika kennen die wirkliche Situation. Die Arbeit der Propagandamaschinerie ist darauf gerichtet, sicherzustellen, dass die Menschen Amerikas sich nicht zusammentun, um ein Ende der gefährlichen und bedrohlichen Aktivitäten des Pentagon auf der koreanischen Halbinsel zu fordern.

    „Die Propagandakampagne ist jetzt in vollem Gang, wo das Pentagon die Eskalation in dem am höchsten militarisierten Teil des Planeten vorantreibt. Nordkorea wird hingestellt als der Provokateur und Aggressor, wann immer es darauf besteht, dass es das Recht und die Fähigkeit hat, das Land zu verteidigen. Sogar wenn das Pentagon die atomare Vernichtung eines Landes simuliert, das es bereits zurück in die Steinzeit zu bombardieren versucht hat, stellen die im Besitz von Konzernen befindlichen Medien diese extrem provokante Handlung als ein Zeichen von Bemühungen um eine Streitbeilegung und als eine Maßnahme der Selbstverteidigung hin.“

    Und von Stratfor, der kommerziellen Informationsfirma, die es oft weiß: „Viel von Nordkoreas Verhalten kann als rhetorisch betrachtet werden, aber nichtsdestoweniger ist nicht klar, wie weit Pyongyang zu gehen bereit ist, wenn es Verhandlungen auch durch Aggressivität nicht erzwingen kann.“ Hier wird davon ausgegangen, dass es um die Einleitung von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika geht.

    Pyongyangs „Aggressivität” ist fast zur Gänze verbal – vielleicht ein paar Dezibel zu laut für viele Ohren – aber Nordkorea ist ein kleines Land in schwierigen Verhältnissen, das sich sehr gut an die außerordentliche Brutalität erinnert, mit der Washington in den 1950ern über sein Territorium herfiel. Millionen Koreaner wurden getötet. Die Flächenbombardements der Vereinigten Staaten von Amerika waren verbrecherisch. Nordkorea ist entschlossen, in den Kampf zu ziehen, wenn das wieder geschieht, hofft aber, dass seine Bereitschaft den Krieg verhindern und zu Gesprächen und zu einem Vertrag führen wird.

    Nordkoreas große und gut ausgebildete Armee dient der Verteidigung. Der Zweck der Raketen, die es baut, und das Reden über Atomwaffen sind prinzipiell darauf gerichtet, den Wolf vor der Haustüre abzuschrecken.

    Kurz gesagt, die flammende Rhetorik Kim Jong-uns in letzter Zeit steht in direktem Zusammenhang mit den monatelangen Kriegsspielen der Vereinigten Staaten von Amerika und Südkoreas in diesem Jahr, die er als mögliches Vorspiel für einen neuen Krieg interpretiert. Kims mittelfristige Absicht ist es, eine ausreichend besorgniserregende Krise zu schaffen, damit die Vereinigten Staaten von Amerika endlich bilateralen Gesprächen zustimmen, die zu einem Friedensvertrag führen, einem Ende der von Washington verhängten Sanktionen und dem Abzug fremder Soldaten aus dem Süden. Eine Form der Wiedervereinigung könnte später in Verhandlungen zwischen Norden und Süden gefunden werden.

    Die derzeitigen Konfrontationen werden abklingen mit dem Ende der provokanten Kriegsmanöver dieses Jahres. Die Obama-Administration hat keinerlei Absicht, die Bedingungen zu schaffen, die zu einem Friedensvertrag führen – besonders jetzt, wo die Aufmerksamkeit des Weißen Hauses auf Ostasien gerichtet zu sein scheint, wo es ein Risiko für seine globale geopolitische Vorherrschaft wahrnimmt.

    http://antikrieg.com/aktuell/2013_04_04_hinter.htm

  24. Alles wird Gut sagt:

    Wie Begann der Koreakrieg?

    http://www.youtube.com/watch?v=sHz7aMxkTNo

    USA und der Korea Krieg , über 3 millionen Tote

    http://www.youtube.com/watch?v=-E376WDXbcw

    Doku: Nordkoreas nüchterner Blick auf die kranke westlich/christliche Wertegemeinschaft

    http://www.youtube.com/watch?v=IuvPYA8iULM

    Doku; Korea: Die imperialen Kriege der USA, Wahrheiten zum Koreakrieg

    http://www.youtube.com/watch?v=B-ekaplhni4

  25. die aktuelle Kamera sagt:

    Zur Teilung Koreas (war lange von Japan besetzt) kam es Ende des zweiten Weltkrieges mit der Kapitulation Japans. Das Land wurde von den Siegermächten (in diesem Fall, Russland und USA) in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der 38te Breitengrad diente dabei als Grenze.
    Als der kalte Krieg begann …

    Das möchte ich hier jetzt noch hinzufügen; nach dieser Geschichtsstunde :-).

    Wer bzw. was damals den Koreakrieg ausgelöst hat, da gibt es sicherlich verschiedene Ansätze. Ich möchte mich nicht dem Video anschließen, das diese Sache leider etwas einfarbig darstellt.

    Was aus den beiden Beiträgen von „Frank H.“ und „Alles wird Gut“ aber hervorgehoben werden muss:

    Nordkorea möchte seit geraumer Zeit einen Friedensvertrag!

    Ich habe davon bis vor ein zwei Tagen, als hier die ersten Kommentare dies erwähnten, nichts gewußt. Das wird in den westlichen Medien zwar nicht totgeschwiegen, aber nicht annähernd hoch genug bewertet, vermittelt.

    Sucht man danach im Internet wird man fündig.

    Es starben über 3 Millionen Zivilisten und annähernd 950000 tausend Soldaten in einem Krieg zwischen zwei Systemen und wo stehen wir jetzt?

    zum Kotzen

  26. Newsticker2012 sagt:

    Am 15.April wäre dann der Geburtstag des Vaters.

    Rechte Geburtstagsfeier die Kim da veranstalten will.
    News

  27. Egoaustreiber sagt:

    Frank: http://www.zerohedge.com/news/2013-04-05/george-soros-warns-central-banks-are-creating-financial-instability

    In welcher Sprache spicht den der Globalist Soros die meiste Zeit über? So schlecht wie er englisch spricht und das nach so vielen Jahren..hört sich so an als ob er auch überwiegend deutsch spricht wie sein Kollege Kissinger..

    Bald sterben sie alle aus diese armseligen Tiere und was folgt nach Ihnen?! ..scheint nicht viel Nachwuchs dazusein..

    da erinnere mich immer wieder an die Worte Andrei Fursows..:

    http://rutube.ru/search/?query=andrei+fursov

    zum Link..ob der Schweizer Marc Faber diesmal Recht bekommt mit seiner Crash Prognose?!

    Obongo hat in USA nochmal 4 Jahre Zeit bekommen um die USA langsam zu demontieren und in ein Pseudosozialismus nach Trotzki Art zu verwandeln..

    Was neues fällt wohl diesen Globalisten nicht mehr ein?! ..Armselige Opfer satanisch-dämonischen Geistes/Psyche..
    Tja daran erkennt man sie haben ihren Zenit erreicht..
    Die Zeit der Teufel neigt sich dem Ende zu samt allen Lügnern und Hochverrätern, die ja bekanntlich in der Geschichte sehr schlimm enden..gerade die Hochverräter!

    Zeit der Entscheidung naht!

    Friede wird sein mit uns allen

  28. Alles wird Gut sagt:

    Starkes Erdbeben in Russland

    Ein schweres Erdbeben hat den Osten Russlands an der Grenze zu China und Nordkorea erschüttert. Das Beben ereignete sich heute um 13.00 Uhr (Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) in 561 Kilometer Tiefe und erreichte eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala, wie die US-Erdbebenwarte USGS meldete.

    Das Epizentrum lag demnach südwestlich von Wladiwostok, neun Kilometer von der russischen Stadt Sarubino, gut 60 Kilometer von Hunchun in China und rund 600 Kilometer von der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang entfernt.

    http://orf.at/stories/2175405/

    Seoul dementiert Bericht über Industriepark:

    http://www.zeit.de/news/2013-04/04/konflikte-seoul-dementiert-bericht-ueber-industriepark-04050016

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