Steuerberater, häufig eine verfehlte Berufswahl

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Was haben Politiker, Ärzte, Steuerberater und Prostituierte gemeinsam? Ich weiß, was Sie eben denken und auch das stimmt vermutlich zu großen Teilen. Ganz so zügellos möchte ich diesen Artikel jedoch nicht beginnen. Jede dieser Berufsgruppen wird bezahlt, egal wie mies die Arbeit gemacht wird. Immer häufiger fällt mir im Bekanntenkreis auf, dass die Gruppe der „Steuerberater“ dieser Behauptung von mir alle Ehre macht. Schlechte Beratung, Unwissenheit und zu viele Klienten sind eine gefährliche Paarung und können manchen Unternehmer in schwere Bedrängnis bringen.


Zu meiner Person möchte ich kurz anmerken, dass ich Buchführung und Rechnungswesen von der Pike auf gelernt habe. Seit damals hat sich natürlich sehr viel verändert, allerdings ist zumindest das Grundverständnis vorhanden. Als ich damals meinen ersten Betrieb eröffnete, war ich noch gut im Thema, allerdings musste ich rund um die Uhr arbeiten, um überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen. Dieses führte dazu, dass ich mich weitestgehend auf meinen damaligen „Steuerberater“ verlassen hatte, was mich in letzter Konsequenz sehr viel Geld und Nerven gekostet hat. Eines der größten Probleme ist in solch einem Fall, die Bombe schlägt erst sehr viel später ein.

Steuerberater sind sehr gut darin, die eigenen Anteile an der Wirtschaftskraft des betreuten Unternehmen zu berechnen, alles weitere jedoch ist sehr häufig Glückssache. Mein vorletzter Verbrater hatte so auch einen Fehler gemacht, der mich – zumindest temporär – 5000,- Euro kostete. Als ich daraufhin anrief und ihn zur Rede stellte, staunte ich nicht schlecht. „Sie haben die Steuererklärung doch unterschrieben“, hauchte es mir vom anderen Ende feuchtfröhlich entgegen. Es war ein Balanceakt nicht aus der Fassung zu geraten, allerdings bat ich nur darum, meine Unterlagen bereitzustellen, damit ich diese abholen kann.

Es dürfte so ziemlich jedem Unternehmer nach kurzer Zeit klar sein, dass Steuerrecht mit Recht so rein gar nichts zu tun hat. Der Staat begeht nach meinem Verständnis Betrug an den Geschäftstreibenden und so ziemlich jede Lücke wird wenn möglich versiegelt, das gilt selbstverständlich nur für den Mittelstand.

Wenn ich bei befreundeten Unternehmern einen betrieblich genutzten PKW in den Büchern sehe, der noch einen realen Wert von 5.000 Euro hat, aber mit 6.000 Euro pro Jahr auf das zu versteuernde Einkommen zu Buche schlägt, bleibt wenig mehr als ein Kopfschütteln. Eine der Lieblingstaktiken, um geschockte Kunden zu beruhigen, ist auch eine Ansparabschreibung. Temporär wird die Steuer reduziert, kommt jedoch mit voller Wucht wieder zurück und sollte man die Anschaffungen nicht leisten können, sogar noch mit happigen Zinsen.

Wo liegt also das Problem? Das wichtigste wäre eigentlich, jedem Unternehmer einen Grundkurs in Rechnungswesen und Buchführung zu verordnen. Wer denkt, nur weil er Geld aus der Firma reinvestiert hat, bräuchte keine Steuern zahlen, wird sehr schnell auf dem harten Boden der Tatsachen landen. Es gibt unzählige Fallstricke, die ein Unternehmen zu Fall bringen können und wer nicht wenigstens die Grundzüge kennt, ist auf Gedeih und Verderb den Aussagen der Berater ausgeliefert.

Auch eine Haftung von Steuerberatern wäre notwendig, vielleicht sogar eine Art TÜV, um die Fähigkeiten zu prüfen. Es sollte unabdingbar sein, dass die Berater sich mit den Unternehmen und den unterschiedlichen Gegebenheiten auseinandersetzen. Ich musste meinen Verbrater mehr als einmal selbst beraten, um nicht in Teufelsküche zu kommen und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders. Auch im Freundeskreis habe ich etliche Male auf kardinale Fehler hingewiesen, was eigentlich Aufgabe der Kanzlei wäre. Diese Aussagen sind nicht universell auf alle dieser Berufsgattung anwendbar, jedoch ist die Menge erschreckend hoch.

Mancher Steuerberater wäre gut damit gefahren, lieber Versicherungen zu makeln, der mögliche Schaden dort ist deutlich begrenzter. Mit einem schlechten Berater ist schon manches Unternehmen in den Abgrund gerauscht.

Carpe diem


5 Responses to Steuerberater, häufig eine verfehlte Berufswahl

  1. tugrisu sagt:

    Recht, welches einen Berater zum Verständniss voraussetzt, ist kein Recht, sondern Unrecht. Recht ist nur, was auch der letzte Vollpfosten versteht!
    Im Übrigen ist das EStG Null und Nichtig, weil Nazirecht und von den Allierten ersatzlos aufgehoben! Wer dieses Recht also anwendet, ist ein Nazi und Rechtsbeuger = Hochverräter!

  2. multiman sagt:

    In allen Bereichen gibt es Bessere und Schlechtere – und auch Gauner. In einer arbeitsteiligen, spezialisierten Welt kommt man ohne Berater nicht aus, weil man nicht überall Spezialist sein kann.
    Ob jetzt Rechtsberater, Vermögensberater, Steuerberater etc., die „Rechte“ wurden und werden immer komplizierter und umfangreicher, erst recht im Zuge der EU. Da kann ein Einzelner gar nicht mehr durchblicken, da laufend etwas geändert wird – gerne auch rückwirkend, so daß selbst Finanzbeamte trotz laufender Schulungen „Beratung“ brauchen.
    Im Endeffekt läuft alles auf eine Monopolisierung hinaus, da man ein ganzes Konglomerat an Fachberatern braucht, um den Rechtsfallen zu entgehen, was eine eigene Rechtsabteilung und/ oder eine große Kanzlei bedingt – die man sich erst mal leisten können muß. Somit bleiben die Kleinen automatisch auf der Strecke.
    Den ersten beiden Sätzen von tugrisu stimme ich prinzipiell zu.

  3. EuroTanic sagt:

    Mit ca 5% Steuern insgesamt auf alles dürfte der Staat seine Aufgaben (Strassen, Krankenhäuser, Wasserversorgung, etc.) grosszügig erledigen können.
    Dafür werden alle Steuerschlupflöcher für Private und Unternehmen geschlossen. Subventionen dito. Wer im Inland verdient, muss auch hier Steuern zahlen. Steueroasen ade. Wer das nicht will kann seinen Pass abgeben und unser schönes Land verlassen.

  4. nova sagt:

    Auch wenn Deine Aussage im Kern zutreffend ist, wirst Du damit nicht durchkommen. Die BRvD hat sich schon lange vom Recht verabschiedet. Treibst Du sie in die Enge, wird die Staatsgewalt angewendet. Ich habe selbst über 10 Jahre in BRvD-Gefängnissen zugebracht, weiss daher sehr genau von was ich rede.

  5. Jarkheld sagt:

    Ein einfaches Steuersystem und sie wären überflüssig, wie so viele andere Tätigkeiten die nur durch Bürokratie entstanden sind!

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