DAX vor neuem All Time High?

Roller Coaster and Car

Fast ein wenig ungläubig blickt mancher auf den Deutschen Aktienindex(DAX) und fragt sich ob das noch alles mit rechten Dingen zu geht? Nach dem fulminanten Absturz 2008, rappelte sich der Index noch einmal auf, um dann 2011 abermals auf Tauchstation zu gehen. Seit dem gilt mit ein paar Rücksetzern nur noch eins, „The Sky is the Limit“. Die Marktkapitalisierung der Dax-Unternehmen ist auf sagenhafte 913 Milliarden gestiegen. Wie konnte das geschehen ist eine der Fragen und vor Allem, ist das nachhaltig?


Wer die Tage ein bisschen auf den Dax spekuliert hat, konnte sich sehr schnell die Finger verbrennen. Entgegen der Logik, taumelte der Index immer weiter nach oben, wenn auch mit ausreichenden Rücksetzern um selbst vorsichtigen Tradern beim Stop-Loss den Garaus zu machen. Ein fest für jeden Broker, Kasse machen nach oben und unten.

Hier ein Chart der Daxentwicklung seit 2006:

dax

Nun noch einen seit 2003:

Quelle: Finanzen.net

Quelle: Finanzen.net

In etwa 10 Jahren soll sich der Wert der Unternehmen also ungefähr um den Faktor 2,5 erhöht haben? Nicht schlecht Herr Specht.

Es gibt sicherlich einige Unternehmen die überdurchschnittlich gewachsen sind, allerdings dürfte ein erheblicher Teil des Anstiegs dem dauerhaft billigen Geld geschuldet sein. Besonders in der letzten Krise seit 2007/2008 haben die Notenbanken mit jeder Vernunft gekündigt. Die Zinsen liegen nahe dem Gefrierpunkt und das heiße Geld muss irgendwo rentieren. Da bieten sich überhitzende Aktienmärkte natürlich an.

Besonders in den USA, wo große Teile der Altersvorsorge in Aktien liegen, hätte man eine Revolution, würde die Wahrheit ans Tageslicht gelangen. Der Tag der massiven Korrektur wird kommen, nur wann ist sicherlich schwer abzuschätzen. Auf Sicht dürften die Notenbanken kaum an der Zinsschraube drehen, vielleicht fährt man temporär die Aufkaufprogramme etwas zurück, aber da ist dann auch schnell Schluss mit lustig.

Wie diese Kuh vom Eis kommen soll ohne dabei ungeheure Werte zu pulverisieren ist schwer zu sagen, aber laut einer Quelle wurde wieder eine ganze Fuhre Kaninchen an die Notenbanken geliefert, der Hut ist also noch prall gefüllt.

Alle Regeln den Anstands und der Vernunft mussten weichen, um das Rad weiter zu drehen. Wer will hier die Bremse ziehen? Derjenige dürfte in jedem Fall in die Geschichte eingehen und von den Bürgern gekreuzigt werden. Da bleibt nur zu sagen… Good luck!

Interessant sind Meldungen nach denen erhebliche Kapitalabflüsse aus Aktien-ETF´s zu verzeichnen sind. So heißt es beim Handelsblatt:

US-AktienfondsHöchste Abflüsse seit Januar 2010
Rund 13,5 Milliarden Dollar sind im August aus US-Aktien-ETF abgeflossen. So viel wie seit Januar 2010 nicht mehr. Schuld soll die Besorgnis über Pläne der US-Notenbank und die Lage in Syrien sein.
[…]
Seit März 2009 bis Ende letzten Jahres hatten Anleger fast 400 Mrd. Dollar abgezogen, auch wenn sich der S&P mehr als verdoppelte.[1]

Und zu Europa:

Geld abgezogenAnleger misstrauen Europas Aktien-ETFs
Die wieder aufgeflammte Euro-Schuldenkrise hat Anleger im März aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf europäische Aktien vertrieben. Die Abflüsse von 2,3 Milliarden Dollar waren so hoch, dass sie die Zuflüsse aus den beiden vorangegangenen Monaten fast vollständig wieder auffraßen, wie Daten des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigten.[2]

Zu guter Letzt noch eine Meldung zu einem der abgklärtesten Zocker der Welt, Warren Buffet.

Warren Buffett ready for a stock market crash with a record $49bn in cash
(Warren Buffet ist bereit für einen Crash am Aktienmarkt, mit 49 Milliarden Dollar flüssiger Mittel)[3]

Man könnte den Eindruck bekommen, dass Smart- und Big Money bereits einiges Geld vom Tisch nehmen, was dann auf eine deutliche Korrektur der Indizes hinweisen würde. In diesen Kreisen ist man bestens informiert. Was die Anstiege angeht, lässt sich mit wenig Geld, relativ viel über die Futuremärkte bewegen.

Fazit: All Time High in allen Ehren, nachhaltig dürfte das jedoch kaum sein. Solange billiges Geld fließt, ist das Ende der Fahnenstange nicht absehbar, wer allerdings in Aktien investiert ist, sollte sich Gedanken über eine Absicherung machen.

Wie immer sind das nur meine Gedanken und keine Anlageberatung oder ähnliches.

Carpe diem

[1] http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/us-aktienfonds-hoechste-abfluesse-seit-januar-2010/8741828.html
[2] http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/geld-abgezogen-anleger-misstrauen-europas-aktien-etfs-/8011220.html
[3] http://www.arabianmoney.net/us-stocks/2013/05/22/warren-buffett-ready-for-a-stock-market-crash-with-a-record-49bn-in-cash/


5 Responses to DAX vor neuem All Time High?

  1. Habnix sagt:

    Das alles ist nur Krass und unglaublich.Sie betreiben auch damit Umverteilung.Die großen holen sich das billige Geld und setzen es ein für die Teilhabe an Unternehmen wobei sie dann den Wert des Unternehmen bestimmen indem sie jederzeit ohne Grund auch sagen können:“ ich verkauf jetzt einfach so viel das andere auch verkaufen müssen“ und damit Unternehmen ruinieren und können da für ein Apel und en Ei die Firma kaufen.

    Es geht ihnen um den ganzen Kuchen. Nicht nur um ein Kuchenstück.

  2. Frank H. sagt:

    Der DAx steht auf All Time High. Und am Mittwoch platzt die Bombe?
    Ben Bernanke beendet wohl das Quantitaitive Easing. Damit beginnt der Finanztsunamie seine tödliche Wirkung zu entfalten.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/fed-sitzung-bernanke-laesst-endlich-die-katze-aus-dem-sack/8796290.html

  3. Frank H. sagt:

    Es wird die größte Enteignung der Geschichte. Der Syrienkonflikt wird schlagartig im Sand stecken bleiben.
    Vorallem die extrem verschuldete EURO und Dollarzone wird es wohl wegblasen.

    Hier noch zwei spannende Artikel zum Thema:

    http://www.propagandafront.de/1182250/finanzchaos-vermoegensvernichtung-kommt-die-monster-dollar-rally.html

    http://www.propagandafront.de/1182420/federal-reserve-25-fakten-ueber-die-groesste-zentralbank-der-welt-die-jeder-wissen-sollte.html

  4. Frank H. sagt:

    Aktiencrash: der Hintergrund
    Redaktion

    Zahlreiche Beobachter gehen jetzt von einem neuen Aktiencrash in Europa, sogar in den USA aus. Die Folgen wären verheerend, wie wir seit 2000 wissen. Dann brechen unter anderem weitere Kredite bei Banken zusammen, die Inflationsgefahr steigt wegen weiter niedriger Zinsen – und die Wirtschaft wird zusammenbrechen. Wir beleuchten die Gefahr.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/aktiencrash-der-hintergrund.html

  5. Frank H. sagt:

    Der Sommer 2013 hat nicht die Beruhigung gebracht, die sich einige erhofft hatten, sondern die Krisenherde an den Finanzmärkten, in der Wirtschaft und vor allen Dingen in der globalen Geopolitik weiterhin befeuert. Der Zankapfel Syrien hat klar vor Augen geführt, dass es eine „Weltgemeinschaft“ nicht mehr gibt. Die Wirtschaftsmedien können trotz aller denkbaren Tricks immer noch nicht den so sehnlichst erwarteten Aufschwung ausrufen. Die Währungskriege sind erneut aufgeflammt und wüten nun in den Schwellenländern. Und die Zinsen für Staatsanleihen sind inzwischen außer Kontrolle geraten.

    Leider ist vom herannahenden Herbst keine Beruhigung der Lage zu erwarten. Vor dem nach der Sommerpause erneut zusammentretenden US- Kongress liegen schwerste Aufgaben, Diskussionen und Entscheidungen: Syrien, Haushaltsverhandlungen, Schuldenobergrenze usw. Die Positionen von Demokraten und Republikanern liegen so weit auseinander und lassen brutale politische Schlagabtäusche vorhersagen. Auch die Finanzmärkte bewegen sich nun auf vermintem Gelände. Denn nun gehen die Diskussionen über das sogenannte tapering weiter, also die progressive Reduzierung der Volumina der Fed-Programme der quantitativen Lockerung, von denen die US – Wirtschaft weitestgehend abhängt. Die die Folgen der Insolvenz Detroits machen sich bemerkbar. Und zuletzt haben die großen westlichen Banken keine Wahl mehr und müssen ihre bedingungslose Unterstützung der US – Regierung einstellen.

    Auch in der Geopolitik dürfte es ein heißer Herbst werden: Die Schwellenländer werden die spekulativen Angriffe gegen ihre Währungen nicht länger tatenlos hinnehmen, was voraussagen lässt, dass es auch an den Devisenmärkten bald heiß zugehen wird. Weiterhin werden die Schwellenländer ihren Sieg im Syrienkonflikt sicherlich zum Anlass nehmen, einen größeren Einfluss auf der Weltbühne einzufordern.

    http://www.leap2020.eu/GEAB-N-77-ist-angekommen-Finanzen-Wirtschaft-Politik-und-die-globale-Lage-zum-Jahresende-2013-Drei-Funken-und-ein_a14664.html

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