USA: Ein Government Shutdown der keiner ist

obama2

Egal wie man die aktuelle Krise in den USA auch bezeichnet, eins lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, es wurden einfach zu viele Schulden gemacht. Trotz einem Leitzins nahe Null, kennt die Kurve nur eins – die Exponentiale. Diese Dynamik ist kaum zu durchbrechen und auch Optimisten sollten erkennen, irgendwann greift das Gesetz der Kausalität und die große Bereinigung beginnt. Wie halbherzig man der Austerität gegenüber steht, zeigt die Rückholung der etwa 400.000 Pentagonmitarbeitern.


Eins beherrschen die USA so gut wie keine andere Nation der Welt, Gesetze erlassen welche man im Nachhinein mit Ausnahmen durchlöchert wie ein Sieb. So geschehen auch beim aktuellen Goverment Shutdown, der eigentlich nichts als eine Farce ist. Kurz bevor man die Regierungsangestellten nach Hause schickte, wurde eilig der „Pay Our Military Act“ verabschiedet. Bei Wikipedia heißt es dazu:

Der Pay Our Military Act (H.R. 3210) ist ein Gesetz vom 113ten Kongress der Vereinigten Staaten, der angemessene Mittel für die Bezahlung der Angehörigen der bewaffneten Streitkräfte im Fall eines Government Shutdown sicherstellt. Der Gesetzentwurf wurde am 30. September durch Unterzeichnung in Kraft gesetzt, nur wenige Stunden bevor die Regierung offiziell in den Shutdown ging.

Das Gesetz wurde von Juristen des Verteidigungs- und Justizministeriums in der Art interpretiert, dass nahezu das gesamte zivile Personal wieder an die Arbeit zurückkehren kann, wenn dieses für „Moral, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Bereitschaft der Tuppenunterstützung notwendig ist“.[1]

Nun das ist mal ein echter Freibrief. Von den 800.000 Regierungsmitarbeitern die in den Zwangsurlaub geschickt wurden, sollen nun also bereits die ersten 400.000 den Dienst wieder aufnehmen. Beim Militär steckt immerhin auch eine gewaltige Lobby dahinter in den USA. Anders dürfte es bei kulturellen und Bildungseinrichtungen aussehen. Aber wer braucht schon Bildung, wenn man auch in der Gegend herumballern kann?

Damit sind wir aber noch nicht am Ende mit der Aushöhlung des so genannten Goverment Shutdowns. Obama hat gleich noch eine Schippe nachgelegt. Nach einer Schuldenbremse sieht das beim besten Willen nicht aus. Bei der BAZ heißt es dazu:

Insgesamt sind seit Dienstag 800’000 Bedienstete von US-Behörden im Zwangsurlaub. Sie sollen allerdings rückwirkend bezahlt werden. Das seit Tagen zerstrittene Abgeordnetenhaus billigte heute einstimmig einen entsprechenden Gesetzentwurf. Damit können die insgesamt rund 800’000 Betroffenen auf ihre bislang ausbleibenden Gehaltschecks hoffen, sobald der Streit beigelegt und der Finanzierungsnotstand beendet ist.[2]

Kommen wir nun zum Chart des „Grauens“. Er zeigt die Entwicklung der US-Verschuldung bis 2010. Nun können wir ganz entspannt eigentlich die Linke Spalte um drei Zähler erweitern und den Strich einfach fast in der Senkrechten nach oben ziehen:

1a105

Nachhaltiges Wirtschaften sieht anders aus und nicht zu vergessen, diese Entwicklung war im Umfeld von historisch niedrigen Zinsen.

Das Finale am 17. Oktober 2013


An den Börsen ist bisher noch nichts von Panik zu spüren, streng nach dem Motto „So lange die Musik spielt wird auch getanzt“ geht es weiter im „Tagesgeschäft“.

Noch rechnet niemand damit, dass es am 17. Oktober tatsächlich zu einem Showdown kommt, allerdings hätte das damals auch niemand bei Lehman Brothers erwartet. War es notwendig die Bank in die Insolvenz zu schicken? Sehr wahrscheinlich nein. Es war Teil einer Strategie und zumindest für den Finanzsektor hat sich diese ausgezahlt.

Es kam in Folge des Zusammenbruchs zu gewaltigen Verwerfungen und es wurden ungeheure Summen zur Rettung von „nicht genannten“ Finanzinstituten in den Ring geworfen, es begann das große Aufräumen und die Übernahmen. Immer mehr Befugnisse wurden abgetreten und zu Gunsten von Banken neu justiert.

Zum Teil ist es nicht ganz einfach das „Big-Picture“ auf den ersten Blick zu verstehen, das ist einer der Gründe warum die meisten um 2008 bereits das Ende der USA als gekommen sahen. All das hat allerdings erhebliche Verschiebungen der Souveränität beispielsweise in Europa erst möglich gemacht, Gesetze mussten der entstandenen „Naturgewalt“ der Märkte weichen, schließlich ging es ja um das „Überleben“ der Menschheit im Ganzen.

Nun wir müssen uns nur noch 11 Tage gedulden und dann werden wir wissen ob auch in diesem Fall nur eine große Show abgezogen wurde, oder ob man bereit ist die nächste Runde einzuläuten. Mir persönlich würde es gut gefallen noch etwas mehr Zeit zu haben, ich drängle mich nicht um einen Platz in der ersten Reihe. Den entstehenden Scherbenhaufen dürfte niemand ohne entsprechende Schnittwunden passieren können.

Carpe diem

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Pay_Our_Military_Act
[2] http://bazonline.ch/ausland/amerika/Stoppen-Sie-diese-Farce/story/26816703


12 Responses to USA: Ein Government Shutdown der keiner ist

  1. michaelbunny sagt:

    Im Moment schaut das ganze aus sich (kam mal beim Artikel im Rahmen einer Diskussion beim Querschuss auf) betrachtet man das rollierende Defizit ganz nett aus. Aber das Government berappt im Moment, so sagt man, noch nicht mal Einzahlung in die Pensionskassen usw …

    Das mit den Lebensmittelmarken ist wirklich erschreckend und sehr traurig.

  2. Jens Blecker sagt:

    Zu den Pensionsfonds, beispielsweise:

    Seither nutzte die Regierung «besondere Massnahmen», um den Kreditrahmen um weitere 300 Milliarden Dollar zu erweitern. Dazu zählte zum Beispiel, Zahlungen an Sicherungsfonds für öffentlich Bedienstete auszusetzen.

    http://www.20min.ch/finance/news/story/Folgt-auf–den-Shutdown-der–wirkliche-Crash–18232854

  3. Foerster003 sagt:

    Subway to Sally sang einst:

    „Du musst tanzen durch das Feuer,
    tanz nur immer weiter, tanz!
    Tanz solange die Musik spielt,
    dreh dich einmal voll und ganz!
    Dreh dich einmal um die Sonne,
    dass die Welt vorüber fliegt,
    tanz und dreh dich
    und die Schwerkraft wird besiegt!

    Dreh dich ewiglich,
    tanz und dreh dich,
    spring und dreh dich,
    beim wilden Tanz auf dem Vulkan

    Du musst tanzen, in der Asche
    bis zum allerletzten Tanz,
    tanze Krater in den Boden
    und zertanz die Schuhe ganz!
    Tanze, tanze über Tiefen,
    denn wer tanzen kann der lebt,
    und du spürst die Erde,
    wie sie wogt und bebt.

    Dreh dich ewiglich,
    tanz und dreh dich,
    spring und dreh dich,
    beim wilden Tanz auf dem Vulkan.“

    https://www.youtube.com/watch?v=h9VD0KASpz4

  4. michaelbunny sagt:

    Danke für Info. Angeblich sind die ‚Einzahlungen‘ ins Pensionsystem schon ein Weilchen im Rückstand, sagen wir mal so. Das hängt mit dem Shutdown so ich informiert bin gar nicht zusammen.

    Heute kam die Meldung, dass die Beamten rückwirkend werden bezahlt:). Vermutlich, da man die Protestierenden will beruhigen, wäre meine Vermutung. Ist eh nicht das erste mal, aber bereits im Oktober ist doch früh.

    Unabhängig davon. Egal welches Schauspiel. Es ist Schauspiel. Ich habe den Eindruck, dass 2008 in Summe auf der Welt, was ganz anders läuft. Nicht jetzt die dunklen Mächte im Hintergrund … eher Feuer mit Feuer zu bekämpfen.

  5. michaelbunny sagt:

    Was auch immer dahintersteht. Die U.S. haben sich schon öfters neu erfunden. So etwas kann ich mir auch vorstellen, dass grad läuft. Obama steht eher für eine Währungsreform in irgendeiner Art.

    Die U.S. werden eine Art Teil des modernen Asiens. So in etwa. Möglw. ist das reine Täuschung … Meister der Inszenierung waren sie schon immer.

  6. Frank H. sagt:

    VIDEO: Nach Minute 5:30 bis Ende ansehen (2013: Military Training 4 Civil War in USA) http://www.youtube.com/watch?v=UJiQkKoIeFw

    SRF Reportage (Schweizer Nachrichten)
    Wer hinter dem Shutdown steckt: Die Heritage Foundation
    Diesmal gibt es KEIN Nachgeben?

    „Es ist ein verrückter Plan, den die Republikaner gegenwärtig im US-Kongress umsetzen: weite Teile der amerikanischen Verwaltung lahmlegen, um Obamas Gesundheitsreform auszubremsen. Sie folgen dem Drehbuch der einflussreichen konservativen Denkfabrik «Heritage Foundation».“
    http://www.srf.ch/news/international/alles-geplant-wer-hinter-dem-shutdown-steckt

  7. Frank H. sagt:

    Interessanterweise war der Shutdown ja am 1.10. Und die Dame im Video betont öfters den 01.10.13 als eine Art Stichtag.
    Erinnert sei noch an das Boston Massaker, bei dem man ein sogenanntes „LIVE ROLE PLAY“ für die Security of State inszenierte.

  8. Frank H. sagt:

    Ist der Shutdown in den USA ein Symptom für das Ende des Dollar-Systems?
    F. William Engdahl

    Am 30. September weigerte sich eine Clique ideologisierter Republikaner in Washington, den Haushalt für das Fiskaljahr 2014 zu verabschieden. Zuvor hatte es Präsident Obama, ein Demokrat, abgelehnt, die Einführung seiner obligatorischen Krankenversicherung um ein Jahr zu verschieben, um Änderungen zu ermöglichen. Das ganze Spiel ist ein Symptom von etwas weit Beunruhigenderem. Der politische Prozess in den USA ist in den letzten zehn Jahren so aus den Fugen geraten, dass die Zukunft des Dollars, die Grundlage des Welthandels, auf dem Spiel steht.
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/ist-der-shutdown-in-den-usa-ein-symptom-fuer-das-ende-des-dollar-systems-.html

  9. chris321 sagt:

    Man sollte sich einfach mal Gedanken über die „Steigerung“ machen und das im grossen Rahmen, also z.B. auf 10 Jahre betrachtet. 9/11 war genau so ein Booster mit dem die Elite bei ihren Zielen so richtig mal Gas gegeben konnte. Es war Rechtfertigung für alles und Kritik an den Massnahmen wurde praktisch als illegitim angesehen. 9/11 war dann 10 Jahre das Totschlagsargument für alles. In diesen 10 Jahren hättest Du quasi jede Frage und jede Massnahme – ob Sinn oder nicht grad egal – mit der Bemerkung „wegen 9/11“ beantworten können. Nach gewisser Zeit ist das dann zu einem „wegen der Nationalen Sicherheit“ erodiert.

    Diese „paradiesischen Zustände für die Elite“ und ihren KVP (Kontinuierlichen Verbesserungs Prozess), den gibt es jetzt nicht mehr so richtig. Im Gegenteil: Bürger MISSTRAUEN den Politikern, ZWEIFELN bereits an Massnahmen, wollen die wieder ZURÜCKSCHRAUBEN AUF DAS NORMALE NIVEAU in Friedenszeiten … Das scheint mir inzwischen wie ein Bummerang der jetzt zurück zu kommen droht und das mit nicht schlechter Kraft. Wenn diese Annahme richtig ist, wen haut denn dann dieser Bummerang auf seinem Rückweg aus dem Sessel? Dieser Millionen March nach Washington, anscheinend mit klarem Akzent Richtung Konstitution und Gründungsväter, Drohungen die politische Führung absetzen zu wollen usw. Was ist denn das?

    Wenn man das sieht, dann kommt einem doch eine Idee wie man diesen immer unerbittlicher zurückkommenden Bumerang doch noch abfangen „könnte“. Man muss ihn wieder in die „richtige Richtung“, sprich die Richtung des KVPs der Elite bringen. Das tut er aber nicht „von selber“. Da muss schon was passieren und zwar was kräftiges so dass man danach z.B. den Notstand, also Martial Law ausrufen kann. Und danach ist es wieder so paradiesisch wie zu 9/11 Zeiten (für die Elite und ihren KVP natürlich!). Für den normalen Bürger und ein freiheitlich, rechtsstaatlich, demokratisches Verständnis, würde man KVP eher als Kontinuierlicher Verschlechterungs Prozess bezeichnen. Mit dem Argument Martial Law kann ganz legal nach Lust und Laune alles diktiert und erzwungen werden incl. jedem Bürger einen Chip einzuspritzen um im bestehenden Chaos von Wirtschaft, Kriminalität, Hunger und Krankheit „die Ordnung wieder herstellen“ zu können. Der Bumerang wäre dann wieder genau auf dem richtigen Kurs wie zu besten 9/11 Zeiten. Die ganzen Machthaber des Westblocks würden natürlich da voll mit auf diesen US-Zug aufspringen (wie bei 9/11!) denn bei ihnen sieht es ja auch nicht rosig aus.

    Die ganze FEMA, DHS und ihre Fusion Center, bezugsbereiten Lager … das ist doch thematisch alles Richtung „die Ordnung wieder herstellen“. Fragt sich welche. Und die Welt danach, diese Ordnung danach? Nun, das ist eben eine „neue Weltordnung“ nicht wahr?

    Ein Dollarzusammenbruch, ein US default und seine weltweiten Folgen, warum soll das nicht eine Steilvorlage für einen neuen Booster sein den diese Clique aus meiner Sicht dringend braucht. In der Not kann man dann auch inszenieren dass eine andere Lösung als eine elektronische Währung oder ein eingespritzter Chip (man denke an das Interview von Aron Russo) natürlich nicht möglich sei. In einem „normalen Umfeld“ bekommt man so was nicht so „über Nacht durchgezogen“. In einem Notstand und einem diktatorischen Regime ist das aus meiner Sicht sehr gut praktisch vorstellbar. Und vorbereitet ist diese Clique ja auf „solche Ereignisse“ und dabei ist egal ob diese seltsamen extremen Munitionseinkäufe oder neue gepanzerte Wagen und die FEMA-Camps etc. Das alles weist doch schon in eine bestimmte Richtung.

    Daher: Ob man jetzt nochmals die Schuldenobergrenze erhöht oder nicht, wie man es schon vorher immer gemacht hat, ist das WIRKLICH „das grosse Thema“? Ist das Thema nicht viel eher: Wie kommen „wir“ (Elite ist gemeint) wieder zügig mit all unseren Zielen voran. Auch der Plan mit Syrien scheint ja unplanmässig in die Hosen gegangen zu sein. Man hat sich ja so mit dieser Giftgasgeschichte bemüht das richtig hinzuinszenieren, aber konnte dann eben doch nicht schnell mal durchgewunken werden.

    Im Augenblick muss man ja schon sagen: Dem Westblock geht irgendwie derzeit so ziemlich viel schief und nicht planmässig voran, eher sind rückwärtige Tendenzen zu erkennen, Rückbesinnungen. Vielleicht irre ich mich ja, aber das ist zumindest mein Eindruck.

    Anders rum durchgespielt. Man stelle sich vor die USA gehen in den default, der Dollar kollabiert, man bringt den Leuten bei dass eine „neue elektronische Währung“ in der gegebenen Situation alternativlos sei. Das predigt natürlich auch Merkel und alle anderen Stadthalter des Westblocks. Natürlich könne man „neues greifbares Geld“ rein logistisch gar nicht mehr so einfach bewältigen, daher sei es nicht mehr zeitgemäss usw. Kurze Zeit später haben grosse Internet Anbieter wie Amazon, Ebay, Microsoft, Apple etc. ihre Profile und Angebote alle im Nu auf „den neuen elektronischen Dollar“ umgestellt und jeder Anwender muss den natürlich auch bei uns hier in Europa oder sonst wo auf der Welt akzeptieren wenn er noch an diesen GLOBALEN SYSTEMEN teilhaben will usw. Wenn man allein sieht, wie sich weltweit die Firmen der NSA unterstellt haben (also keineswegs nur US-Firmen), der Erpressung also nachgegeben haben damit der Rubel wieder rollen kann, dann ist dieses Szenario einer zwangsläufigen weltweiten Ausbreitung der neuen elektronischen Quicky-Währung aus meiner Sicht realistisch: Die Erde dreht sich ja weiter bzw. die Wirtschaft will sich weiter drehen. Wie willst Du Dich denn diesem System realistisch entziehen?

    Und der Machtzugewinn, der ist danach natürlich gigantisch. Und „wer zuerst kommt mahlt zuerst“. Im Sinne eines neuen REVOLUTIONÄREN elektronischer Dollars zu verstehen. Absolut abwägig?

    Das einfach mal so als Überlegung!

  10. Evey sagt:

    P.S. ich meine das erstgenannte Video von Frank.

  11. Frank H. sagt:

    Infos zum Film Black Hawk Down, der auf realen tatsachen beruht: https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Hawk_Down

Schreibe einen Kommentar

Kursanbieter: L&S RT, FXCM