Die EZB: Eine Bad Bank mit unkalkulierbaren Folgen

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Während die Märkte die Zusagen der Europäischen Zentralbank frenetisch und mit ordentlich Kursgewinnen feiern, bläst sich der Ballon der Gefahr immer weiter auf. Wenn es nach Mario Draghi geht soll die Bilanz bis auf 3 Billionen Euro aufgepumpt werden, die Eigenkapitaldecke der Bank deckt gerade einmal 1 % dieser Summe ab. Betrachtet man dann die Haftungsgemeinschaft, werden Zweifel an der Bonität der meisten Mitglieder laut.


Nun der normale Bürger steigt in dieser Diskussion bereits aus, wenn Begriffe wie Asset Backed Securities (ABS), Covered Bonds oder Unternehmensanleihen fallen. Das ist auch keine Schande denn es handelt sich um – zum Teil – hoch-komplexe Finanzkonstrukte. Insbesondere die ABS hatten einen gewaltigen Anteil am Ausbruch der Krise und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Wenn der Bundesbankpräsident Jens Weidmann im Augenblick mahnend den Finger hebt, ist das eigentlich eine Form der Selbstverteidigung. Ihm dürfte klar sein, wohin diese Form der Geldpolitik führen wird. Wenn der Busch dann lichterloh brennt, kann er sich zumindest hinstellen und sagen „Ich habe euch ja gewarnt“.

Nehmen wir zunächst mal Griechenland als Beispiel. Kürzlich war der griechische Aktienmarkt zusammengebrochen und die Renditen für Anleihen enorm gestiegen. Betrachtet man die Volkswirtschaft und die enorme Verschuldung, eigentlich ein völlig normaler Reinigungsprozess. In seiner jetzigen Form ist Griechenland nicht mehr überlebensfähig. Längst wären gravierende Reformen und ein damit einhergehender Staatsbankrott nötig gewesen. Wie wir alle wissen, blieb das aus.

Anstatt aber die nötigen Bereinigungen zu machen um das Land – in einem wirklichen Kraftakt – wieder Wettbewerbsfähig zu machen, griff die EZB ein weiteres Mal in die Trickkiste. Ein Artikel aus der Welt vom 16.10 dazu:

Stützungsmaßnahme: EZB dreht Geldhahn für griechische Banken auf
Demnach will die EZB auf Sicherheiten, die griechische Institute bei ihr als Pfand für frisches Geld hinterlegen, einen geringeren Abschlag als bisher erheben. Damit könnten die Banken zusätzliche zwölf Milliarden Euro an Liquidität bei der EZB abschöpfen.

„Das ist eine Stützungsmaßnahme, nachdem sich in den vergangenen beiden Tagen Druck aufgebaut hat“, sagte der Zentralbanker. Griechische Banken hatten jüngst herbe Kursverluste erlitten, als die Athener Aktienbörse binnen zwei Tagen um mehr elf Prozent eingebrochen war.[1]

Nun was soll das ändern? Griechenland ist nicht mehr fähig sich aus seiner Lage zu befreien, da ist es völlig egal wie oft Liquidität nachgeschossen wird. So wird nur garantiert, dass die EZB – ähnlich wie im Fall von Zypern – in eine ausweglose Situation manövriert wird. In der Zukunft bleibt der EZB dann keine andere Wahl mehr als die nächste Rettung zu vollziehen, anders würde die Zentralbank selbst in Schwierigkeiten geraten wegen des Mülls in den eigenen Katakomben.

Es ist nicht nur fahrlässig der EZB dieses Vorgehen zu erlauben, es ist eigentlich schon ein Straftatbestand. Deutschland – also dessen Steuerzahler – sind mit 18,94 % an der Bilanz der EZB beteiligt. Mit jedem Staat der ausfällt, steigt unser Anteil. Sieht man sich die anderen „Anteilseigner“ ein wenig genauer an, kommt einem unweigerlich der Vergleich mit einer palliativen Intensivstation in den Sinn.

Es wird Zeit, dass sich Regierungen und Zentralbanken der Wahrheit stellen und die Weichen für einen Neuanfang stellen. Natürlich kann man dieses Lügenkonstrukt noch eine Weile am Leben erhalten, nachhaltig geht allerdings anders.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article133345978/EZB-dreht-Geldhahn-fuer-griechische-Banken-auf.html


4 Responses to Die EZB: Eine Bad Bank mit unkalkulierbaren Folgen

  1. laquibie sagt:

    Schade, dass wir nicht das gleiche Privileg haben, wie die Schweizer…:

    Schweizer Goldinitiative: Erste Umfrageergebnisse schockieren das Establishment

    Die Völker in der EU würden den Polit-Marionetten in Brüssel und den eigenen Hauptstädten das Leben sowas von schwer machen. Aber leider leben wir ja in Zeiten einer Brüsseler Diktatur. Wird Zeit, dass die Schlafschafe in diesem Land aufwachen und das endlich begreifen…

    Laquigruß!

  2. AKBnilreb sagt:

    Wie das ganze Enden wird, wissen wir schon lange und doch gehen wir nicht auf die Straße. Jeder kämpft für sich allein, sinnlos. ;(

    https://www.youtube.com/watch?v=S8etM40Vg7A

  3. Politicus sagt:

    @ AKBnilreb

    nimms mit Humor denn…….

    https://www.youtube.com/watch?v=r8PPYNxhLCU

    Und wenn das überstanden ist………….machen wir die..

    https://www.youtube.com/watch?v=gwiqj-H1M6U

    Aber immer zwischendurch………

    https://www.youtube.com/watch?v=HuhS4w6swZ8

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