Volkswagen: Deutschlands Detroit 2.0?

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Wenige Tage erst ist es her, da kam jene Veröffentlichung, welcher die Automobilindustrie bis in die Grundfeste erschütterte. Bereits in der Nacht hatte ich dazu ein kleines Statement bei Facebook abgegeben, welches sich vollumfänglich erfüllt hat. Es gab unzählige Theorien dazu, was wohl der Grund und die Konsequenzen für die Angelegenheit sein könnten und auch ich dachte öfter darüber nach. Ein Gedanke drehte sich dabei immer wieder im Kreise und erschien mir mehr und mehr plausibel. Plant VW möglicherweise einen Rückzug aus Deutschland?


Zunächst möchte ich festhalten, dass dieser Artikel meine Gedanken widerspiegelt und daher keinen Anspruch auf Richtigkeit hat. Trotzdem möchte ich Sie einladen, meinen Gedanken zu folgen und deren Plausibilität zu überprüfen.

Beginnen wir mit dem Hintergrund. Um die deutlich schärferen Abgasnomen in den USA einhalten zu können, wurde an der Software für Dieselmotoren Manipuliert. Während in Europa ein Ausstoss von 80 Milligramm pro Kilometer erlaubt ist, düfen in den USA nur 43,75 Milligramm /Km (70 je Meile) anfallen. Dieser Umstand ist wenig erstaunlich, betrachtet man dass die großen Hesteller in den USA so gut wie keine Diesel PKW bauen. Man könnte diese Grenzwerte also fast als Protektionismus bezeichnen.

Versuchen wir nun die Logik hinter diesem „Betrug“ zu verstehen. Der Anteil an Diesel-PKW in Amerika ist verschwindend gering, was unter anderem dem Umstand geschuldet ist, dass Benzin billiger ist als Diesel. Weiterhin ist der Diesel hier ein klassischer „Trecker-Motor“. In Europa sieht das ganz anders aus, dort liegt der Anteil an Dieselfahrzeugen bei über 40 Prozent. Warum also setzt sich Volkswagen einem Risiko aus, das in den USA exponentiell ist? Dort kann man einen Konzern bereits auf Millionen verklagen, wenn man sich an einem heißen Kaffee den Mund verbrennt.
Auch das Argument wegen der vermeintlichen „Spritzigkeit“ kann so kaum der Realität entsprechen. Ich selbst fahre zwei Big-Blocks und die sind alles andere als Spritzig, dagegen wäre schon ein Golf 3 mit 60 PS das wahre „Spritzigkeitswunder“. Außerdem sind die Amerikaner insgesamt sehr stark auf gemütliches Fahren getrimmt. Das bringen die extremen Strafen und Entfernungen so mit sich.
Das macht hinten und vorne keinen Sinn.

Nehmen wir nun ein kurzes Zitat aus einem Artikel bei der Welt, um dann einen weiteren Bogen zu spannen:

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen trifft den Automobilhersteller nicht nur in den USA hart, sondern auch auf dem Heimatmarkt. Obwohl noch gar nicht klar ist, ob und wie viele Autos der Marken VW oder Audi hierzulande von möglichen Manipulationen der Software zur Motorsteuerung betroffen sein könnten, bricht die Nachfrage nach Wagen mit Diesel-Motorisierung von VW deutlich ein.

Der Anteil von Autos der Stammmarke VW, die die Wolfsburger hierzulande mit Dieselmotoren verkaufen, lag in diesem Jahr nach Angaben des Neuwagenvermittlers MeinAuto.de bei knapp 40 Prozent. Dieser Wert sank innerhalb kürzester Zeit auf knapp 28 Prozent. Dies entspricht einem Einbruch der Nachfrage um rund 30 Prozent.[1]

Das ist mal eine Hausnummer. Ein Anteil von 40 Prozent an Dieselfahrzeugen. Der Einbruch ist erheblich und hat bereits erste Konsequenzen nach sich gezogen. Einstellungsstops, Auslaufen von Zeitarbeitsverträgen, etc. Bevor ich zum weiteren Teil meiner Gedanken komme, noch kurz ein weiterer Aspekt.

Automobilproduktion in Deutschland Nur noch jeder Dritte von hier

Autos mit deutschem Markenlogo kommen zumindest anteilig immer seltener auch aus deutschen Werken. Der Anteil der vor Ort gefertigten Fahrzeuge am Gesamtausstoß der heimischen Hersteller sinkt seit Jahren – und das dürfte so weiter gehen.
[…]
Vor allem bei der Volkswagen-Gruppe hat die Quote der in der Heimat gebauten Fahrzeuge stark abgenommen: von 40 Prozent im Jahr 2005 auf 26 Prozent 2013.[2]

Weiterhin:

Volkswagen: Alles auf China
Schließlich hängt das Wohl und Wehe der Wolfsburger in diesen Tagen mehr denn je vom Goodwill der Kundschaft aus Fernost ab: Fast 40 Prozent aller Autos der Konzernmarken VW, Audi, Škoda, Seat, Porsche, Bugatti, Bentley und Lamborghini werden mittlerweile in China abgesetzt. Und der Anteil am Konzerngewinn dürfte noch deutlich höher liegen. „Auf Basis unserer Berechnungen verdient Volkswagen in diesem Jahr rund 60 Prozent des Konzern-Nettoergebnisses in China“, sagt Arndt Ellinghorst, leitender Automobilexperte beim Analysehaus Evercore ISI in London. Eine Zahl, die der Konzern nicht offen in seinem Zahlenwerk ausweist.
[…]
Kein deutsches Unternehmen hat jemals so viel Geld für Investitionen in die Hand genommen. Denn spätestens 2018, so hat Konzernchef Martin Winterkorn versprochen, soll Volkswagen „weltweit das ökonomisch und ökologisch führende Automobilunternehmen“ sein.[3]

Und vor anderthalb Jahren noch das hier:

Volkswagen baut Werke Nummer 18, 19 und 20 in China
Wie VW-Kreise berichteten, sollen die zwei geplanten Fahrzeugfabriken in gut drei Jahren zum Jahreswechsel 2017/2018 die Arbeit aufnehmen.
17 von 106 VW-Werken bereits in China

Volkswagen zählt aktuell weltweit 106 Werke. In China sind es bisher 17 Stück. In 8 Fabriken rollen dort fertige Autos von den Fließbändern. Der Rest stellt Bauteile her. China ist für den Konzern bereits heute der wichtigste Absatzmarkt. Er macht rund jedes dritte verkaufte Fahrzeug aus. Auch auf Produktionsseite liegt Volkswagen bei diesem Verhältnis: Von den 9,728 Millionen Wagen, die der Konzern vergangenes Jahr produzierte, entfielen 32 Prozent auf China.[4]

Fazit: Sollte Volkswagen sich vom Produktionsstandort Deutschland und seinen exorbitanten Produktionskosten zurückziehen wollen, wäre das unter den gegebenen Umständen kaum möglich. Zu stark sind hier die Gewerkschaften und der Einfluss des Hauptaktionärs Niedersachsen. Für Niedersachsen wäre ein Weggang von Volkswagen ein Garant hin zu Detroit 2.0
Weiterhin könnte es der Startschuss für andere Automobilkonzerne in Deutschland sein, die am Ende in einer De-Industralisierung nach US-Vorbild folgen könnten.
Durch den Skandal in den USA – mit etwa 1 Million betroffener Fahrzeuge – ist der Schaden groß genug um die „notwendigen Konsequenzen“ zu ziehen, aber klein genug um nicht den Konzern selbst wirklich zu bedrohen. Dazu gleich in den Komms. noch etwas.
Auch ein möglicher Wandel de Konzernstrategie wie von Fank H. angesprochen, würde da gut ins Bild passen. Weg von den Verbrennungsmotoren, hin zur Elektromobilität. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland bleibt nur zu hoffen, dass ich mit meinen Gedanken völlig daneben liege, andernfalls wären die Auswirkungen dramatisch.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article146774549/Nachfrage-nach-Diesel-Autos-von-VW-bricht-ein.html
[2] http://www.focus.de/auto/news/automobilproduktion-in-deutschland-nur-noch-jeder-dritte-von-hier_id_4385521.html
[3] http://www.zeit.de/2014/51/volkswagen-china-abhaengigkeit
[4] http://www.derwesten.de/wirtschaft/volkswagen-baut-werke-nummer-18-19-und-20-in-china-id9566839.html


51 Responses to Volkswagen: Deutschlands Detroit 2.0?

  1. Frank H. sagt:

    @tur-key

    Winterkorn ist Stammkunde der Bilderberger. Bilderberger sind die Masterminds hinter der NATO. Bilderberger sind kein Parlament oder eine Regierung, das ist nicht ihr Auftrag. sondern es ist ein hoch effizienter Netzwerkgenerator, dessen Aufgabe darin besteht die NATO geopolitisch unsichtbar in die Imerialistische Richtung zu bewegen und gleichzeitig die Bevölkerung in schach zu halten, politische, wirtschaftgliche und gesellschaftliche Gegner zu beseitigen.

    Die Gründung der Bilderberger wurde durch den Nazivatikan für die US Neocons konstruiert, worauf diese einwilligten, sich gegen dne Kommunismus zu verschwören. Was die Vatikannazis nicht wussten, sondern später erfahren durften, dass diese Synthese von den US Neocons lange im Voraus geostrategisch dahin manipuliert wurde.
    Wer dort hingeht, betritt symbolisch die Synagoge Satans, die Kirche des Antichristen, oder muslimisch die Moschee von Iblis und seinen Djin.

    Denkt nach was in der Welt gerade passiert.

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