Guttenberg: Viel sprechen doch nichts sagen. Fakten die erdrücken.

Unser jetziger Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg ist ein brilliant geschulter Atlantiker. Er wurde ausgebildet um viel zu sprechen und doch nichts zu sagen.

Man könnte fast sagen, ein Nobody kam wie der Phönix aus der Asche. Eigentlich kannte Ihn niemand bevor er eines der wichtigsten Deutschen Ministerien übernahm in einer der schwierigsten Phasen seiner Zeit. Nur wenige stellten sich die Frage wie es dazu kommen konnte.

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Mit der Atlantikbrücke und der Mitgliedschaft im Aspen Institut hat er allerdings beste Voraussetzungen um in der Oberliga mit spielen zu dürfen. Man bleibt ja schließlich gerne unter „seines gleichen“.
Ein besonderes Schmankerl bildet auch noch seine Berufung 2002 in den auswärtigen Ausschuss des Bundestages welcher beeindruckende Einflussname auf Außenpolitische Entscheidungen zB. über Truppenentsendungen hat.

Hier bleibt zu erwähnen, dass kurz vor seiner Aufnahme in diesen Ausschuss der Krieg gegen Afghanistan begonnen hatte, im Oktober 2001. Es ist also ausgeschlossen, dass er dort nicht schon mit tiefgreifenden Informationen versorgt gewesen ist.

Seine Mitgliedschaft in der DGAP, welche auch als der german council of foreign relations (CFR) bezeichnet wird, braucht sich seiner Mitglieder aus Wirtschaft, Politik und Medien wegen nicht zu schämen. Wie ein Bilderbuch lesen sich die Mitgliederlisten aus 1000 und 1ner Nacht.

Die Schönen und Mächtigen haben diesen jungen Zögling unter Ihre Fittiche genommen.

Doch betrachten wir einmal eine Aussage des Freiherren:

Bundesregierung und Bundestag müssen das Afghanistan-Mandat endlich den Erfordernissen anpassen.[1]

Rhetorik, die keinerlei Schluss zu lässt. Ich habe tatsächlich im TV zugesehen als er gefragt wurde, wie das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan zukünftig aussehen soll. Werden wir mehr Truppen schicken?

Mehrfach, hat sich dieser gebügelte Herr durch die Fragen hindurch geschlungen, als wäre er mit einem Gleitgel beschichtet.
Keine, und ich meine wirklich keine wirklich wichtige Frage wurde von Ihm jemals aussagekräftig beantwortet. Ob seiner Reise in die USA um Gespräche mit GM zu führen oder jeglicher andere.

Seine Interventionen dienen ausschließlich der Verzögerung und Verschleierung, wobei ich gestehen muss, dass er es wirklich professionell macht.

Sein möglicher folgender Sturz ist mir noch nicht schlüssig, aber ich werde weiter versuchen diesen zu eruieren.

Seit euch nur gewiss, der Mann hat es faustdick hinter den Ohren und es wird nicht das letze sein was wir von Ihm gehört haben.

[1] http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kundus-affaere-willkommen-in-der-realitaet/50049907.html
Bildquelle: Wikipedia


10 Responses to Guttenberg: Viel sprechen doch nichts sagen. Fakten die erdrücken.

  1. Raffael sagt:

    Vielleicht ist er ja auch der nächste der eine aufs Maul bekommt……….

  2. Malaika sagt:

    @Raffael: die Merkel provoziert es mehr…

    @Cheffe: mit „Vitamin B“ kommt man überall hin, wird geschult, und kann sich so gut wie alles erlauben… und ja, er ist wirklich professionell – und ganz sicher hören wir noch von ihm!

  3. Christoph sagt:

    Sehr interessant – auf den Punkt gebracht: Der Typ betreibt Ausverkauf deutscher Interessen mit rhethorischen Luftblasen. Falls Ihr Guttenbergs Atlantiker-Interessen näher beleuchten wollt:
    http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html

  4. Werner sagt:

    Der Artikel hier beruht auf einer falschen Annahme. Denn es kommt in dem FTD-Artikel kein wörtliches Zitat von Guttenberg vor. Dann stünde es in Anführungszeichen oder wäre anders hervor gehoben und es wäre eine Quellenangabe als Fußnote beigefügt.

    Das dort ist ein sinngemäßes Zitat. Es wird nicht der Wortlaut zitiert, sondern auf die These eingegangen, die anschließend kommentiert wird.

    Leitartikel sind meinungsorientiert ähnlich einem Kommentar, sind dem gegenüber aber besonders heraus gestellt. Leitartikel werden bei der Financial Times Deutschland von der Kommentarredaktion geschrieben. Es handelt sich also um die Meinung des/r Leitartikler/s, der durch die meist voran gegangene Leitartikelkonferenz letztlich vom gesamten Redakteursstab mitgetragen wird. Deswegen ist er auch nicht unterschrieben. Es handelt sich letztlich um den Meinungsbeitrag der Zeitung zu einem wichtigen Thema der Zeit.

    Inhaltlich geht es im Artikel nicht nur um die „Kundus-Affäre“ sondern im weitesten Sinne darum, dass man den dort stattfindenden Krieg auch so nennt und das Mandat dem anpaßt. Etliche Probleme bei der Truppe vor Ort sowie in der Darstellung der Medien gehen darauf zurück, dass das bisher nicht der Fall ist und das Mandat von der Truppe als nicht ausreichend aufgefaßt wird. Darauf hebt das sinngemäße Zitat ab der Kommentatoren ab: „Bundesregierung und Bundestag müssen das Afghanistan-Mandat endlich den Erfordernissen anpassen.“

    Diese Diskussion wird geführt, z.B. auch vom Unions-Sicherheitsexperten Hans-Peter Uhl, der ein „deutlich robusteres Afghanistan-Mandat“ für die Bundeswehr fordert. Es sei höchste Zeit, „das Mandat so auszugestalten, dass die Bundeswehr voll handlungsfähig ist“.

    Dass Guttenberg in der Sache wenig zu sagen bereit ist, scheint mir verständlich, da der Verteidigungsausschuß sich ja als Untersuchungsausschuß eingesetzt hat und er dort unter Eid steht. Sich während dieses laufenden Untersuchungsverfahrens dazu weiter öffentlich zu äußern, wäre schlicht unklug.

    Auch und übrigens, wenn man Metaphern verwendet, dann bitte richtig: „ein Nobody“ kann nicht „wie der Phönix aus der Asche“ steigen. Dazu müßte er vorher verbrannt sein. Und das ist er ja bisher zum Glück nicht.

    Grüssli von Werner

    Zitat Uhl
    http://www.sueddeutsche.de/politik/210/497514/text/

  5. Cheffe sagt:

    Hallo Werner, diese Aussage habe ich im Fernsehen selbst mitgehört bei Maybritt Illner oder wie die Gute heisst. Desweiteren eiert Herr Guttenberg permanent nur um den Brei und trifft leere Aussagen.

    Was die Metapher angeht, wenn wir anfangen mit Wortklaubereien zu spielen…..naja

    ich vermute die Meisten wussten zumindest was ich damit sagen wollte.

  6. Werner sagt:

    Hiermit gebe ich bekannt, dass ich meinen Nick ab sofort in „Mein Fürst“ ändere.

    Auf andere Anreden werde ich ab sofort nicht mehr reagieren.

    Damen bitte mit Hofknicks. Danke.

    Bis bahald

    Grüssli von We … äh… Mein Fürst

  7. Mein Fürst sagt:

    Davon steht in dem Artikel nichts. Der Artikel bezieht sich auch nicht vor allem auf Guttenberg, sondern auf die Kundus-Affäre und das BW-Mandat dort. Er hat diese Debatte mit angefacht, das stimmt.

    Ich finde keineswegs, dass zu Guttenberg nichts sagt.

    Er sagte als Wirtschaftsminister angesichts der Erpressungsversuche von GM und deren nicht vorhandenen Konzepts richtigerweise, dass es vor allem auch wegen der weltweiten ßberkapazitäten durchaus eine Option sei, Opel pleite gehen zu lassen. Dies hätte immerhin rechtliche Klarheit geschafft, die wir im Gegensatz dazu nun immer noch nicht haben. Und 4 Mrd. um 20.000 Arbeitsplätze eine Weile zu erhalten, ist schlicht unangemessen. Denn mit diesen 4 Mrd. wäre Opel immer noch zu klein gewesen und hätte immer noch mit zu alten Modellen da gestanden. Er sprach auch offen aus, dass er das Konzept von Magna für unausgereift und nicht tragfähig halte. Mit allem hat er Recht behalten.

    Ex-Verteidigungsminister Jung hat ja die ßffentlichkeit immer glauben lassen wollen, dass die Bundeswehr dort hauptsächlich Brunnen baut, die Polizei aufbaut und ansonsten mit Wattebäuschchen wirft. Guttenberg hat das immerhin einen kriegsähnlichen Zustand genannt und die Debatte um das BW-Mandat entfacht.

    Ich finde, das ist für die Politikerkaste erfrischend offen und sehr ehrlich.

    Gruezi

    \^/

  8. ebm_bln sagt:

    Gerade passend zur „Kunduz-Affäre“, ein sehr interessantes Interview mit einem Bundesverwaltungsrichter, zum Thema: „Rechtmässigkeit der Bundeswehr-Mandate“… auf heise-TP:

    LINK:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31729/1.html

  9. Rochus sagt:

    Einige sagen, dass er der nächste Kanzler sein könnte… na gute Nacht.

    Würde aber passen. Er wäre schon ein „guter“ Mann für so einen Posten. Dazu noch bis zum Hals komprommittiert und sicher erpressbar.

    Was treibt solche Leute eigentlich an? Er kommt doch aus einer reichen Familie. Wäre ich er würde ich mir mit schönen Frauen, gutem Essen und roten Ferraris ein schönes Leben in Bella Italia machen.

    Politik zu machen ist doch das Allerletzte.

  10. Koniferski sagt:

    Wenn Ihr den Mann nicht versteht, kanns auch an Euch liegen? Nicht alle sind solche Maulhelden wie z.B. der Steinbrück mit seinen Indianern. Weer etwas informiert ist, versteht auch, was G meint und dass er eben nicht jedem nach dem Munde redet und auch unpopuläre Dinge sagt (Opel).

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