Edelmetall-Kredit: Ein Licht im Edelmetallhimmel für alle die Liquidität benötigen?

Goldbarren Gold Barren

Im Markt der Edelmetalle ist im Augenblick die Situation schwierig, besonders für Jene die erst sehr spät in den Markt investiert haben. Wer es als reine Sicherung für die Zukunft betrachtet dem ist es vielleicht egal, wer allerdings zwischendurch an Liquidität kommen muss, für den ist es jetzt ein kleiner Drahtseilakt. Von den Höchstkursen ein gutes Stück entfernt, aber noch nicht auf der Bodenlinie. Was also machen ohne im Nachhinein auf sich selber wütend zu sein? Heute erhielt ich einen interessanten Newsletter von Pro Aurum, der genau an dieser Stelle Abhilfe schaffen könnte. Wir haben nachgefragt.


Bereits als wir uns den Höchstkursen näherten habe ich selbst Edelmetalle verkauft um das Grundstück in Kanada zu bezahlen und wies auch häufiger darauf hin, dass es wirklich an der Zeit ist Absicherung zu betreiben. Häufig gab es Kommentare die dann meinten warum soll ich meine Versicherung versichern, ich allerdings entgegnete stets: „Erstens gebe ich ungerne aus der Hand was ich mal hatte und zweitens sichert man sich so ab, sollte man Liquidität benötigen. Wohl dem der sich dort keine Gedanken machen zu braucht.

Wie ich es befürchtete, legten die Metalle gewaltig den Rückwärtsgang rein, Silber hat sich seit dem Hoch mehr als halbiert. Auch wenn man seine „Versicherung nicht versichern muss“, dürfte das Grinsen bei jenen die es doch getan haben um einiges breiter sein als beim Rest. Nun jedoch zum Kern des Artikels.

Der Edelmetallhändler Pro Aurum hat eine Kooperation mit der Volksbank Löbau-Zittau eG geschlossen. Wer also im Augenblick Bedarf an Liquidität hat, kann einen Kredit bekommen und als Sicherheit die Edelmetalle hinterlegen. Da ich vielleicht sogar selbst zwischenzeitlich noch in die Lage kommen könnte um die Immobilie in Kanada zu bezahlen, fand ich die Offerte sehr interessant. Einige Risiken jedoch darf man nicht ausblenden und aus diesem Grund habe ich bei Pro Aurum und der Sparkasse nachgefragt. Hier einige der Hardfacts:

Laufzeiten: Von 6 Monaten bis zu 6 Jahren

Darlehnshöhe: Von 50.000 bis 500.000 Euro (Nach Absprache eventuell auch größere Positionen)

Beleihungswert: Das Gold wird mit einem Beleihungswert von 60% als Sicherheit akzeptiert. (Sprich Goldwert aktuell 1000,- Euro = Kredit von 600,- Euro)

Konditionen: Effektiv 2,5% – 3% pa je nach Laufzeit. (*)

Wenn es darum geht die Edelmetalle zu verpfänden, gibt es natürlich auch einige Risiken zu beachten aber auch danach habe ich gefragt. Zunächst ist wichtig das nur Bullion-Münzen oder bankhandelfähige Barren als Sicherheiten Akzeptiert werden. Momentan der Krugerrand und Barren in 1000g, 500g, 250g, 100g, 50g, 20g. Bei ausreichender Menge sind aber auch andere Bullion-Münzen möglich wie mir seitens Pro Aurum erklärt wurde. das erschließt sich recht einfach aus dem Verwaltungsaufwand der sich sonst ergeben würde. Das ist logisch und auch nachvollziehbar.

Achtung Margin-Call


AchtungEin sehr wichtiger Punkt bei dieser Form des Kredites ist eine Art Margin-Call, sollte der Goldpreis um mehr als 15% fallen. Dann wird der Kreditnehmer verpflichtet nachzubesichern. Aus diesem Grund wäre es unerlässlich, einen Puffer zu behalten um an dieser Stelle nicht ins offene Messer zu laufen. Meine Frage ob dann gegebenenfalls durch die Kreditbedingungen ein Verkauf des Goldes oder Teile davon erfolgen würden, konnte mir nicht auf Anhieb beantwortet werden, allerdings wird diese Info in Kürze nachgeliefert.

Bankpleite, was dann?


Pleite bankrott zahlungsunfähigBesonders im Bereich der alternativen Medien sind wir ja nicht mit übermäßigem Vertrauen gegenüber den Banken gesegnet und daher ist diese Frage natürlich besonders wichtig. Das Gold wird bei Pro-Aurum gelagert und ist einmal als Sondervermögen versichert und dann noch über die Genossenschaft. Möglicherweise würde der Kredit dann verkauft, das Gold bleibt allerdings als Sicherheit erhalten und wird nach Tilgung des Kredites wieder an den Kreditnehmer ausgehändigt, versicherte man mir von Seiten Pro-Aurum. Völlig risikolos ist es nie, aber es ist ein überschaubares Risiko wie ich denke.

Was ist mit Silber?


silber_wienerViele Anleger sind stärker in Silber investiert, ich zähle mich selber auch dazu. Bisher ist Silber noch nicht im Programm, allerdings wird im Augenblick darüber nachgedacht. Dort wird ähnliches gelten wie beim Gold, also Bullion-Münzen und bankhandelfähige Barren. Wer also Liquidität benötigt und auf entsprechendem Material sitzt, sollte vielleicht noch etwas Geduld haben bevor er nun zum aktuellen Kurs seine Schätzchen verschlitzt und sich im Nachhinein ärgert.

Fazit: Wer aktuell auf Liquidität angewiesen ist, für den stellt sich das Ganze durchaus als Alternative dar. Die Konditionen sind relativ günstig, auch wenn man nicht vergessen darf in die Rechnung die Lagerkosten von Pro-Aurum mit aufzunehmen. * Diese liegen bei Summen bis 250.000 Euro bei 0,6% pa und von 250.000 Euro bis 500.000 Euro bei 0,5% pa.
Die Finanzierungskosten sind auf einem historisch niedrigem Niveau und bei den Edelmetallen ist die Luft nach meiner Ansicht nach noch nicht raus. Zumindest den notwendigen Eigenkapitalanteil bei einer eigenen Immobilie o.Ä. kann man so recht unkompliziert stellen ohne unter Druck zu geraten.

Ganz risikofreudige können wenn die Kapitaldienste es zulassen natürlich so auch das eigene Portfolio noch erweitern, wobei an dieser Stelle natürlich Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist. Ohne entsprechenden Background und Absicherung ist das nicht zu empfehlen.

Artikel bei Pro-Aurm –> http://www.proaurum.de/home/serviceprodukte/edelmetalldarlehen.html?campaign=KACHEL/Edelmetalldarlehen

Webseite der Volksbank Löbau-Zittau –> http://www.vb-loebau-zittau.de/goldshop/vr-edelmetalldarlehen.html

Carpe diem

Wie immer gilt, der Artikel stellt meine eigene Meinung dar und stellt keine Vermögensberatung dar.


10 Responses to Edelmetall-Kredit: Ein Licht im Edelmetallhimmel für alle die Liquidität benötigen?

  1. Jens Blecker sagt:

    Nachtrag: Aufgrund der nötigen Lagerkapazität dürften sich die Lagerungsgebühren bei Silber etwas schlechter gestalten, da dieses Konzept allerdings noch in der Planungsphase ist, können darüber noch keine konkreten Angaben gemacht werden.

  2. AKBnilreb sagt:

    Naja denkt mal daran, das Gold nicht knapper werden kann, das einzigste was verbrennt ist Oel.
    Das ist so wie mit dem „Menschen“, er kann nicht dümmer werden, nur einfallsloser. 😉
    Mit Gold wird am Ende die Bude nicht warm und der Ottomotor läuft damit auch nicht.
    Erst wenn der letzte Bonze friert wird er merken, dass man mit Gold nicht heizen kann. Oder???

  3. AndreMW sagt:

    „Erst wenn der letzte Bonze friert wird er merken, dass man mit Gold nicht heizen kann. Oder???“

    Dieser Bonze ist vieleicht Ihr Arbeitgeber?! Es stimmt, mit Gold kann man nicht heizen – mit Fiat schon. Die Wärmeausbeute ist nur nicht so günstig wie bei der Braunkohle. Jedoch am Zahltag, landet diese bunt bedruckte Konfetti erneut im Ofen – wetten?
    Wer seine Metalle bedacht gekauft hat, muss sich die Frage nach einem Darlehn überhaupt nicht stellen! Warum muss ich gerade jetzt an Nelson Bunker Hunt denken? Ich gehe aus dem Finanzsystem, weil ich es durschaut habe und nutze es dann (inkl. langjähriger Abhängigkeit) erneut? Jeder wie er will bzw. wie er muss.

  4. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    […] Edelmetall-Kredit: Ein Licht im Edelmetallhimmel für alle die Liquidität benötigen? Das ist vielleicht eine Lösung für all jene, die kurzfristig Geld brauchen, aber ihre Edelmetallbestände nicht verkaufen wollen! […]

  5. NeueZukunft sagt:

    Sorry, kann dem Artikel mal sowas von nichts abgewinnen.
    Und, ganz ehrlich Jens, ich finds auch nicht gerade in Ordnung, dass Du für diese „Falle“ auch noch Werbung machst.

    Das ist doch alles die selbe alte Leier, wie man sie schon kennt! gerade mal ein Beleihungswert von 60%, (der bei miteinbeziehung des Aufschlags/und/oder MWST zusätzlich noch sinkt) dazu noch die Lagergebühren und obendrein darf man die Schoße bei fallenden Preisen auch noch nachfinanzieren…

    -Die Bank gewinnt immer!

    Was hat man davon? Man ist sein Gold los, darf den Kredit noch abstottern und wenns dumm läuft kann man noch Kohle (die man gerade dann wahrscheinlich eben nicht hat) noch nachschieben. Und wenn das nicht funktioniert, ist man sein Edelmetall endgültig los!
    Und man hat nicht mal bessere Konditionen als beim Bausparer. Dann doch lieber nen „kalten“ Bausparer auf der Seite haben, den dann mit dem Erlös aus dem Edelmetall auffüllen und den Rest beleihen.
    Denn um was anderes außer Immobilien geht es hier ja nicht. Für Konsumartikel sein Gold zu „verramschen“… Kann sich jeder selbst ne Meinung dazu bilden.

    PS: Wenn man nicht gerade spekulieren will ist momentan nicht gerade der beste Zeitpunkt in eine Immobilie zu investieren.

  6. Jens Blecker sagt:

    Auf Gold gibt es keine MwSt.
    Es gibt Leute die Liquidität brauchen und für die ist es besser als das Gold verkaufen zu müssen.
    Also von daher, kann ich deinem Kommentar nichts abgewinnen, nichts für ungut 😉

  7. NeueZukunft sagt:

    Nichts desto trotz, ist Deine Seite eine der Besten, denn Du lässt auch andere Meinungen zu Wort kommen. Dafür mal Daumen hoch.
    Und das mit der MwSt war auch auf das Silber, sollte es kommen bezogen.
    Aber um auf mein „nichts abgewinnen“ zurückzukommen:

    Warum kritisieren wir(auch Du) denn solche Praktiken, wenn man sie gleich wieder aufgreift, nur weil sie diesmal von nem Goldhändler kommen?
    Aber gut, was das Thema Kredite angeht bin ich sowieso sehr eigen und gehöre wahrscheinlich zu einer absoluten Minderheit, die bisher nicht den geringsten Bedarf daran hatte;-) Von dem her nehm ich mir einfach das Recht heraus dieses System scharf zu kritisieren!

  8. Jens Blecker sagt:

    Leider gilt nicht nur an der Börse „Gier frisst Hirn“ und so haben einige besonders in der Boom-Phase nachgekauft wir bekloppt (kommt mir beim Bitcoin irgendwie ein Dejavue). Manche davon benötigen genau jetzt Liquidität und wenn du meinen Artikel gelesen hast, geht es auch genau um die und die Zocker. Wenn der Preis weiterhin desolat bleibt, kann ich mir sehr gut vorstellen selbst auf diese Form der Finanzierung zurückzugreifen für mein Haus in Kanada. Natürlich kann ich auch einfach Glatze ziehen, aber auch wenn ich noch einen deflationären Schock erwarte, irgendwann wird Edelmetall durch die Decke schiessen, da bin ich mir sichere. Was also ist falsch daran wenn man Geld benötigt?

  9. NeueZukunft sagt:

    Versteh mich nicht falsch und es ist ja nicht persönlich.
    Nur Zockern gegenüber hab ich jetzt mal kein Mitleid. Nicht aus Neid o.Ä. (Den hab ich recht gut unter Kontrolle) sondern eher deswegen, weil jeder selbst für sein Handeln verantwortlich ist!

    Dahin richtet sich meine Kritik jedoch nicht. Eher dass Du damit fast schon gegen den Zweck Deiner eigenen Seite verstößt. Wie schon gesagt, sollte man schon eine gewisse Linie einhalten.
    Eher hätte ich in dem Zusammenhang erwartet, dass man hier daran interessiert ist, sich gegenseitig zu unterstützen.

    Klingt vielleicht naiv, aber:

    Bevor Du Dein Gold der Bank hinterher wirfst, kannste genausogut ne Anfrage online stellen in der Du eben Dein Gold als Pfand für den PrivatKredit hinterlegst. Lässt sich genauso vertraglich festlegen, kommt günstiger und man entzieht sich sauber dem System, das man kritisiert und hat sich gegenseitig geholfen.
    Wenn man die 50.000 auf 5x 10.000 aufteilt findet sich auch sicher der eine oder andere. Und der etwas großere logistische Aufwand hält sich auch in Grenzen.

    So ein Kredit über die Bank lohnt sich aus meiner Sicht nur zur Spekulation, wenn man davon ausgeht, dass das Gold nach oben geht und man sauber aus der Sache rauskommt. Und hier spielt ne große skepsis meinerseits mit. Denn erstens ist das ganze Finanzsystem recht komplex (wie ich schon anderswo erwähnt habe) und zweitens, sehen wir schon seit nem dreiviertel Jahr ein absolutes Paradoxon an den Edelmetallbörsen.

    Seis drum. Jeder hat seinen Standpunkt dargestellt und das ist so ja in Ordnung.

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