KNN und KI: Überschreitet die Menschheit den Rubikon?

3D rendered illustration of a transparent crystal human head with brain made out of gold shown inside

Es ist nunmehr 66 Jahre her, als der erste Computer das Licht der Welt erblickte. Dieser war noch sehr einfach aufgebaut, das Herzstück waren lediglich einige Dutzend Relais. Wie stark diese Erfindung die Welt verändern würde, hätte sich Edmund Berkeley vermutlich nie träumen lassen. Vermutlich auch nicht, das er damit einen Wettlauf um die Daseinsberechtigung der Menschheit in Gang setzen würde. Die meisten Computerbesitzer werden sich vermutlich bisher wenig bis gar nicht mit der Thematik künstliche Intelligenz und neuronale Netze beschäftigt haben. Diese Themen sind auch äußerst abstrakt und kompliziert. Trotzdem sind sie aktueller denn je.


Vor nicht ganz 40 Jahren, war eine ganze Generation fasziniert von zwei Robotern. R2D2 und C-3PO waren die Samen in den Hirnen vieler ambitionierter Forscher und Programmierer. Es begann ein Wettrennen um Roboter und künstliche Intelligenz. Diese Challange sollte nicht ohne Folgen bleiben und prägt die Gegenwart mehr als alle anderen zuvor. Ganz sachlich betrachtet, hat noch keine Forschung die Menschheit mehr bedroht, nicht einmal die Atombombe. Warum ich so denke, werde ich in den folgenden Absätzen versuchen zu erläutern.

Erst möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einen Artikel lenken, den ich 2014 schrieb. Der Titel lautete „Stephen Hawking: Künstliche Intelligenz könnte menschliches Leben beenden„. Wenn Sie diesen Titel etwas martialisch finden, stimme ich Ihnen zu, allerdings stammt diese Aussage im Original von einem der renommiertesten Wissenschaftler aus dem Bereich der Physik und Mathematik. In meinem Artikel heißt es:

Stephen Hawking äußerte sich nun zur künstlichen Intelligenz und deren mögliche Konsequenzen für die menschliche Existenz. Der britische Physiker und Astrophysiker gab gegenüber der BBC an, dass die Entwicklung einer vollendeten artificial intelligence (AI) das Ende der Menschheit einleiten könnte.[1]

Die Forschung läuft rasant und man darf davon ausgehen, dass in den Laboren vom Militär und führenden Konzernen bereits erhebliche Fortschritte gemacht wurden, die wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Das was an die Öffentlichkeit dringt, ist jedoch schon Grund genug um in Sorge zu sein.

Einige der wichtigsten Unterschiede zwischen Computern und Menschen sind bedeutend. Hierzu zählen Mitgefühl das Gewissen und die Fähigkeit auch – augenscheinlich – falsche Entscheidungen zugunsten der Menschlichkeit zu treffen.

Selbstredend gibt es einen erheblichen Teil der Menschheit, der die niedrigsten Instinkte zum eigenen Vorteil lebt. Aber der Artikel dreht sich nicht um Soziopahten oder Misanthropen.

Computer können mittlerweile Emotionen erkennen und deuten, mangels eines Bewusstseins jedoch kann ein Computer keine eigenen Emotionen Entwickeln. Ein Computer rechnet präzise und mathematisch, daraufhin werden „Entscheidungen“ getroffen. Er arbeitet im Prinzip den Code seiner Schöpfer ab. Das kann mehr oder weniger intelligent geschehen, aber das ist die Basis. Solange diese Basis intakt und stabil ist, stellen Computer auch keine wirkliche Gefahr dar. Erst wenn man sie so weit entwickelt, dass sie eben doch eine Art Bewusstsein haben und sich selber entwickeln, dann wird es brenzlig. Hier noch ein Zitat von Hawking dazu:

„Da der Mensch durch langsame biologische Evolution beschränkt ist, könnte er nicht konkurrieren, und würde verdrängt werden“, so Hawking zur BBC. „Die KI würde sich selbst in immer kürzerer Zeit reproduzieren“.[1]

Die Forschung versucht natürlich das mit den Emotionen in den Griff zu bekommen, allerdings kann man – meiner Ansicht nach – nur ein Verständnis dafür anlernen.

Ich möchte kurz ein Beispiel Anführen, wo ein Mensch und ein Computer vermutlich völlig unterschiedliche Entscheidungen treffen würden. Nehmen wir an, die Erde stünde direkt vor ihrem Untergang und es gäbe die Möglichkeit eine bestimmte Anzahl an Menschen auf die Reise zu schicken, welche nur wenige Monate dauert.

Ein Platz stünde noch zur Verfügung und man müsse entscheiden ob dieser an an Kleinkind aus einer bürgerlichen Familie oder einen Wissenschaftler im Alter von 55 Jahren geht. Aufgrund mehrerer Daten würde ein Computer unter Berücksichtigung der Reproduktionsfähigkeit des Forschers sehr wahrscheinlich diesem den Vortritt lassen, da er einen höheren mathematischen Nutzen mit sich bringt. Ob aus dem Kleinkind mal ein „Einstein“ wird, lässt sich an dem Punkt nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit bestimmen.

Würde ein Mensch genau die gleiche Entscheidung fällen? Vermutlich nur, wenn er mehr Maschine als Mensch ist.

Betrachten wir nun einmal ganz sachlich den Fall aus Sicht einer rein mathematischen Intelligenz. Kein anderes Lebewesen ist derart destruktiv und zum Teil bösartig wie der Mensch.
Kein Wolfsrudel würde eine Hirschpopulation aus Wut, Neid, Eifersucht, Gier oder Hass auslöschen. Kein anderes Wesen würde Altöl in ein Loch im Garten kippen aus Bequemlichkeit oder um die Kosten für eine Entsorgung zu sparen.
Der Homo Sapiens ist da schon ein sehr spezieller Fall der Evolution.

Nehmen wir nun an, Computer wären in der Lage sich sowohl selber zu reproduzieren, warten, reparieren und zu versorgen. Wo bleibt dann der Mensch?
Ein System das fehlerfrei läuft, kann den Menschen eigentlich nur als „Fehler“ im System erkennen.

Es gibt einige Filme, wo genau das geschieht und die künstliche Intelligenz konsequenter Weise einen unerbittlichen Kampf gegen den „Parasiten“ Mensch führt. Aus rein mathematischer Sicht ein nachvollziehbarer und logischer Schritt. Der Mensch bedroht das gesamte Ökosystem des Planeten und stellt keinen wirklichen Mehrwert dar.

Kommen wir nun zu dem Grund, warum ich diesen Artikel mache. Eine „unscheinbare“ Meldung machte die Runde und es wird als Gewinn für die einfachen Bürger gefeiert. Verlieren wir zunächst einige Worte zur Disziplin. Ein KI-System namens „Alpha-Go„von Google spielte ein Brettspiel gegen den weltbesten Spieler, vier zu eins. 5 Partien galt es zu bestreiten. Das Spiel „Go“ ist derart komplex und mit so vielen Spielvarianten vesehen, dass Schach dagegen wie eine Runde Mau Mau wirkt. Ob „Go“ die eine Runde wirklich verloren hat, oder man nicht preis geben will wie weit die Forschungen tatsächlich sind, verbleibt im Reich der Spekulationen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich die Geheimdienste hinter Konzernen wie Google sehe. Wäre das nicht der Fall, müsste man den Diensten auch Fahrlässigkeit unterstellen.

Betrachtet man die Zukäufe der letzten Jahre, ist doch ein starker Trend auch hin zu militärischer und Überwachungstechnologie hin erkennbar. Als ich seinerzeit über die Gigapixeltechnologie schrieb war diese noch recht frisch und natürlich meinen die Menschen einen Nutzen davon zu haben. Der Preis hierfür ist jedoch unermeßlich hoch. Titan Aerospace entwickelte eine Drohne, die eine Flughöhe von 24 km erreichen und eine Flugzeit von fünf Jahren absolvieren konnte. Titan Aerospace gab die Abdeckung von 16.835 km² mit einer Drohne an. Es ist sicherlich keine Überraschung, wenn ich daran erinnere wer dieses Unternehmen gekauft hat.

Welche unglaubliche Macht Google bereits hat, ist nicht in wenigen Worten zu erklären. Glauben Sie mir aber bitte wenn ich die Behauptung aufstelle, es ist der mächtigste Konzern der Welt. In der kommenden Zeit, werde ich noch einige Artikel zu künstlicher Intelligenz, neuronalen Netzwerken und Konzernen machen. An dieser Stelle jedoch, halte ich es für genug.

Carpe diem

[1] http://www.iknews.de/2014/12/02/stephen-hawking-kuenstliche-intelligenz-koennte-menschliches-leben-beenden/


53 Responses to KNN und KI: Überschreitet die Menschheit den Rubikon?

  1. Irmonen sagt:

    363
    . Diese Entwicklung wird beispielsweise zu einer größeren Energieeffizienz und zu mehr Nachhaltigkeit führen, da die Heizung im Haus vom messbar besten Algorithmus gesteuert wird…

    soll das heißen, ich kann dann z.B. den Heizköper nicht mehr selber nach meinen Bedürfnissen mal schnell runter oder hoch regeln, mittels eines einfachen Handgriffs ?

    Das mit dem nicht regeln können von Heizungen gab es doch bereits im Alten Sibirien, da hatte man dann nur wegen der fixen Fernwärme (meist überhitzt) nur „Fenster auf“ zur Verfügung.

    Der Scheinbare Fortschritt, eine moderne Hightech Version eines Rückschritts?

  2. Statler sagt:

    Hallo zusammen,

    @R363

    das mit Fukoshima ist so nicht ganz richtig. Das AKW hat den Tsunami soweit ueberlebt, die haben nur den Fehler gemacht, die Diesel der Notstroemer vor dem Tsunami hochzufahren.
    Die Luftansaugung der Diesel war ein paar Meter zu niedrig, Wasserschlag, alle Diesel tot.
    In den verbleibenden Stunden (Notstromversorgung via Akkubank) haben die es nicht auf die Reihe bekommen, die Stromversorgung wieder in Gang zu bekommen.
    Meiner Meinung nach haben die japanischen Techniker voellig versagt. Hier in D haette man durch den THW mobile Notstroemer im MW-Bereich rangekarrt, irgendwas geproscht und so die Kuehlung wieder in Gang gekriegt, ist zumindest meine feste Ueberzeugung.

    Wie saehe es heute bei uns aus ?
    Notabschaltungen der AKWS funktionieren ohne aktive Komponenten. Z.B. werden Moderatorstaebe durch Federkraft in den Reaktor gezogen und durch Elekromagnete daran gehindert. Sowas ist schon extrem sicher.
    Die Schnellabschaltung wird funktionieren, davon bin ich ueberzeugt. Wenn die Jungs so schlau waren, Elektronikfreie Notstroemer zu verbauen, also klassische, mechanische Einspritzpumpen, kann man die von Hand starten (einfach auf das Schuetz druecken) und so die Kuehlung in Betrieb nehmen. Die Jungs in den Leitstaenden werden wohl wissen, welche Pumpe man per Hand einschalten muss und welches Handrad betaetigt wird, damit der Kuehlkreis in Gang kommt.
    EMP Angriffe waren lang Zeit Thema (kalter Krieg), da wird man sich ueber solche Scenarien hoffentlich den Kopf zerbrochen haben und es existieren entsprechene Notfallprozeduren.
    Das eigentliche Problem ist aber ein anderes, der Reaktor befindet sich nun in einem stabilen Zustand, muss aber wegen der Restwaerme jahrelang gekuehlt werden. Es dauert Ewigkeiten, bis man das Licht ausmachen und nach Hause gehen kann. Die benoetigte elektrische Leistung wird nur ein paar 100 KW betragen, sie muss aber konstant zur Verfuegung stehen, also alle paar Wochen eine Lieferung Diesel, mangels Steuerelektronik muss staendig von Hand eingegriffen werden. Hier sehe ich das eigentliche Problem.

    Die Techniker wuerden wohl auf „freiwilliger“ Basis auch ohne Entlohnung ihr bestes geben, zu verhindern, das es zu einer Kernschmelze kaemen, sie wohnen ja selber in der Naehe, ob ihnen das aber ohne Support von Aussen dauerhaft gelingt ?

    Gruss

  3. unicat sagt:

    @ R363
    Das mit dem handlichen EMP-Gerät von begrenzter Reichweite war durchaus ernst gemeint,in Verbindung mit dem letzten Kommentar von Statler, daß die gute alte Welt des Analogen weniger angreifbar ist ( wie die Scheine auf dem Alditresen!),gäbe es da bestimmt ein paar nette Möglichkeiten den 4.0-Gläubigen die Verletzlichkeit Ihrer schönen, neuen, bequemen Welt vor Augen zu führen. Solche Dinger existieren bestimmt schon und sei es als umgebaute Mikrowelle. So was im Taschenformat wäre geil. Wird dann aber wahrscheinlich genauso verboten sein wie die Radarwarner.

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